Investitionsquote deutscher Kliniken zu niedrig

by | Oct 2, 2023

Anhoren

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Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung PWC zeigt: Die Investitionsquoten der Kliniken reichen nicht, um zukunftsfähig zu bleiben. Zudem gibt es ein starkes Ost-West- und Nord-Süd-Gefälle bei Modernisierungsquoten.

Die aktuelle Studie „Healthcare Construction. Grün und digital: Das Krankenhaus der Zukunft“ der Unternehmensberatung PWC belegt: Abgesehen von wenigen Leuchtturmprojekten ist der Großteil der Krankenhäuser weit davon entfernt, die notwendigen Nachhaltigkeitsanforderungen der Zukunft erreichen zu können. Die Probleme seien vielschichtig, würden aber vorwiegend die veralteten Gebäude, deren Infrastruktur und eine nicht mehr zeitgemäße Ausstattung der Häuser betreffen.  

Vor allem die Investitionsquote reiche nicht aus, um langfristig zukunftsfähig zu bleiben, attestieren die PWC-Experten. Was bei genauerer Analyse der Investitionsquote außerdem auffällt: Nur Häuser mit einer freigemeinnützigen Trägerschaft konnten ihre Investitionsquote auch mit Beginn der Corona-Pandemie konstant halten. Alle anderen Formen der Trägerschaft – privat und öffentlich – weisen im Verlauf der Jahre 2019 und 2020 ein deutliches Abfallen der Quote auf. Und während freigemeinnützige und private Einrichtungen ihre Investitionsquote 2021 im Vergleich zu 2020 wieder steigern konnten (auf 13,6 respektive 13,7 Prozent), ging es bei den Häusern mit öffentlicher Trägerschaft weiter steil bergab. Hier lag die Investitionsquote 2021 bei nur noch neun Prozent, während sie 2019 noch leicht über der Zwölf-Prozent-Marke lag.  

Ähnlich flach ist auch die von den PWC-Experten berechnete Modernisierungsrate. Diese Kerngröße beschreibt die Investitionen in Sachanlagen im Verhältnis zu den kumulierten Abschreibungen innerhalb eines Jahres. Über alle Träger hinweg habe sie im Zeitraum zwischen 2017 und 2021 bei knapp über 100 Prozent gelegen. Mit anderen Worten: Die Häuser wachsen und modernisieren zwar, aber eben auch nur moderat. Spannend wird es hingegen, wenn man sich die Modernisierungsquote nach Regionen anschaut. Im Osten lag die 2021 nur noch bei 99,3 Prozent. Dazu heißt es von PWC: „Liegt die Modernisierungsquote unter 100 Prozent, reichen die Investitionen nicht aus, um die Abschreibungen auszugleichen.“ Kurz: Die Zukunftsfähigkeit ist in Gefahr. Auch im Süden der Republik rutschte die Modernisierungsquote 2020 tief ab auf nur noch 93 Prozent, konnte im Folgejahr dann aber wieder bei 115,7 Prozent stabilisiert werden. Besser sieht es da im Westen und Norden aus. Hier liegen die Modernisierungsquoten jeweils bei 151,1 respektive bei 154,1 Prozent. Wobei interessant ist zu erwähnen, dass die Quote im Westen 2020 noch bei über 170 Prozent lag, während sie im Norden im Vergleich 2020 nur bei knapp 140 Prozent lag. Im Norden wird demnach aktuell am meisten modernisiert.  

Die Experten von PWC sehen insgesamt dringenden Handlungsbedarf, Investitionen und Modernisierungsmaßnahmen in den kommenden Jahren zu erhöhen. Denn veraltete Gebäude und eine rückständige Infrastruktur würden zu hohen Instandhaltungs- und Betriebsaufwendungen führen, die dann das operative Ergebnis schmälern. Und das zeigt die insgesamt angespannte Lage im Kliniksektor deutlich, können wir uns hierzulande eigentlich nicht leisten.  

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