In Koblenz wurde diese Woche das SmartGAITLab feierlich eröffnet. Ziel der neuen interdisziplinären Forschungseinrichtung: neue Anwendungsmöglichkeiten in den Bereichen Arbeitsschutz, Laufsport und Geriatrie.
Der Campus Remagen der Hochschule Koblenz hat ab sofort ein Labor für KI-basierte Ganganalyse. Im SmartGAITlab kommen moderne Sensoren und KI-Algorithmen zum Einsatz, mit denen physiologische und biomechanische Parameter des Gangs präzise erfasst und zum Teil in Echtzeit analysiert werden können. Dank der neuen Technologien erhofft man sich zahlreiche neue Anwendungsgebiete, die weit über die klassische Ganganalyse hinausgehen – etwa Prävention von Verletzungen des Bewegungsapparats oder die Früherkennung neurodegenerativer Erkrankungen.
„Das Labor wird von einem interdisziplinären Team betrieben, das seine Expertise aus den Bereichen Physik, Mathematik, Informatik, Sportwissenschaften, Medizin und Ergonomie in die Forschungsarbeit einbringt“, berichtet Prof. Dr. Ulrich Hartmann vom Fachbereich Mathematik, Informatik und Technik am Campus Remagen und ergänzt: „Durch die enge Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen wie dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Koblenz, dem Institut für Arbeitsschutz (IFA) in St. Augustin und dem Institut für Medizintechnik und Informationsverarbeitung Mittelrhein (MTI) wird das Labor zu einem Nukleus für innovative Forschungsprojekte.“
Viele Einsatzmöglichkeiten
Solche Forschungsprojekte könnten beispielsweise in den Bereichen Arbeitsschutz, Laufsport und Geriatrie entstehen. Ein kontinuierliches Monitoring des menschlichen Gangs könnte in naher Zukunft sogar für präventive Zwecke im Alltag verfügbar sein. Besonders im Arbeitsumfeld, wo viele Beschäftigte einem erhöhten Sturzrisiko ausgesetzt sind, könnte diese Technologie eine Schlüsselrolle spielen, ist man an der Hochschule überzeugt. Zudem könnten die Erkenntnisse dem Laufsport zugutekommen, der in Deutschland von Millionen Menschen betrieben wird, und dort die hohe Inzidenzrate von Verletzungen zu senken. Und auf dem Gebiet der Geriatrie könnte die Erfassung von Gangprofilen und Beinahestürzen neue Anwendungen im häuslichen Umfeld ermöglichen, hoffen die Forscher.



