Initiative will Versorgung vor Ort stärken

von | Okt. 14, 2024

Anhoren

Teilen

 

Die apoBank sowie die zentralen Gesundheitsorganisationen wollen mit einer Initiative auf den Wert ambulanter Versorgung aufmerksam machen.

 

Sie stehe vor einer Bewährungsprobe, die hochwertige flächendeckende Gesundheitsversorgung in Deutschland. Ärzte, Zahnärzte und Apotheker arbeiten am Limit ihrer Kapazitäten und werden zunehmend durch strikte Regulierung, Bürokratie und Kostendruck im Gesundheitssystem belastet.

Dem wollen die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) sowie die zentralen Gesundheitsorganisationen mit einer Initiative entgegentreten. Mit dem Hashtag #GuteVersorungVorOrt wollen sie auf den Wert der ambulanten Versorgung aufmerksam machen.

„Mit dieser Initiative wollen wir den Ernst der Lage bekräftigen und das Bewusstsein in der Bevölkerung für die aktuelle Situation schärfen“, sagt Matthias Schellenberg, Vorstandsvorsitzender der apoBank. „Wir brauchen einen Masterplan für die Gesundheit, der nicht über die Köpfe der Heilberufler hinweg, sondern gemeinsam mit ihnen entwickelt wird.“

Kritik in Richtung Politik

Der aktuelle gesundheitspolitische Kurs stößt auch bei den führenden Organisationen der Heilberufe auf deutliche Kritik. Sie warnen vor einer drohenden Versorgungslücke und machen auf den dringenden Handlungsbedarf der Politik aufmerksam.

„Eigentlich hat sich die Politik richtigerweise für eine Stärkung der ambulanten Versorgung ausgesprochen. Doch die Realität sieht anders aus. Keines der derzeit aktuellen Gesetzesvorhaben schafft mehr Arztzeit, geschweige denn mehr Ärztinnen und Ärzte“, mahnt beispielsweise Dr. Andreas Gassen, Vorstandvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Im Gegenteil mache die Politik Praxen als Arbeitsplätze noch unattraktiver, sowohl für gründende oder übernehmende Kollegen als auch für das Personal.

Unterstützung bekommt er von Martin Hendges, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV). Er mahnt, dass die qualitativ hochwertige und vor allem flächendeckende zahnärztliche Versorgung unter den aktuellen politischen Rahmenbedingungen alles andere als zukunftssicher seien.

Sorge um ländliche Gebiete

Der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Prof. Dr. Christoph Benz, sorgt sich indes um die wohnortnahe Versorgung. „Wir müssen die Haus- und Zahnarztpraxis als Kern der künftigen Versorgung stärken – besonders in kleineren Städten und ländlichen Gebieten. Und sie von Bürokratie entlasten. Diese Praxen sind die tragenden Säulen einer modernen Zukunft.“

Und auch Gabriele Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. (ABDA), findet, dass es an der Zeit ist, dieses deutliche Signal zum Erhalt der freien Heilberufe auszusenden: „Unsere Patientinnen und Patienten brauchen starke und leistungsfähige Apotheken und Praxen sowie einen dauerhaften, niedrigschwelligen Zugang zur heilberuflichen Beratung.“ Doch leider sinke die Anzahl der Apotheken seit Längerem rapide, weil sie seit elf Jahren von allen Kostenentwicklungen abgekoppelt sind. Und die aktuelle Idee des Bundesgesundheitsministeriums, nach der Apotheken ohne Apotheker möglich sein sollen, werde die Versorgung noch weiter ausdünnen. „Deswegen ist die gemeinsame Kampagne so wichtig: Sie zeigt, wie groß die Bedeutung der Heilberufler für die Bevölkerung ist“, glaubt Overwiening.

Das könnte Sie auch interessieren