Initiative für mehr Landärzte in Sachsen

von | Apr. 23, 2025

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Mit Lehrärzten auf dem Land will die Universität Leipzig die sächsischen Regionen für ihre Studierenden sichtbar machen und deren „Landlust“ wecken.

 

Gerade in ländlichen Regionen fehlen Mediziner. Daher ist es klug, schon den Medizinstudenten zu zeigen, dass der Job als Landarzt durchaus seine Vorzüge hat. Mit dieser Idee vermittelt die Universität Leipzig Studenten in die sächsischen Landkreise. Mit dabei: Das Vogtland, Nordsachsen und neu der Landkreis Leipzig mit rund 30 niedergelassenen Lehrärzten. Möglichkeiten, „Landluft“ zu schnuppern, gibt es dabei viele: Blockpraktika, Hospitationen, Famulaturen oder Abschnitte im Praktischen Jahr. Bei der Organisation unterstützt das Institut für Allgemeinmedizin.

„Insgesamt sind im Landkreis Leipzig über 33 Lehrärzte in 21 akademischen Lehrpraxen ansässig, die mit dem Institut für Allgemeinmedizin zusammenarbeiten. Darüber hinaus sind weitere Kooperationen in Arbeit, das heißt, die Auswahl für Studierende, Einsatzorte im ländlichen Raum kennenzulernen, wächst“, erläutert der Studiendekan Humanmedizin Prof. Sebastian Stehr. Neben allgemeinmedizinischen Lehrarztpraxen geben sechs Facharzt-Praxen Einblick in ihre ambulante Tätigkeit: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Neurologie, Orthopädie, Unfallchirurgie, Dermatologie, Augenheilkunde sowie Kardiologie. Als regionales Lehrkrankenhaus ist das Sana-Klinikum Borna vertreten, weitere Klinik-Partnerschaften werden angestrebt.

Projekt zeigt Wirkung

Bei der Befragung der Leipziger Medizin-Absolventen des Jahrgangs 2023 gaben 48,8 Prozent an, sich eine Tätigkeit als Landarzt vorstellen zu können, davon mehr als zwei Drittel auch in Sachsen. Im Jahr 2010 waren es lediglich 33,3 Prozent. Eine Folge der ärztlichen Praktika im ländlichen Raum? „Die Leipziger Medizinstudierenden kommen zum Teil aus Sachsen, überwiegend aber aus ganz Deutschland. Unser Lehrprojekt hilft dabei, die sächsischen Landkreise als möglichen späteren Arbeitsort erstmal sichtbar zu machen. Wir sind mit zwei sächsischen Modellregionen gestartet, dem Vogtlandkreis und dem Landkreis Nordsachsen. In der Erprobungsphase, welche wissenschaftlich begleitet wurde, hat sich gezeigt, dass mit diesem Lehrprojekt viele Studierende für Praktika in Kleinstadt und Land gewonnen werden können“, erläutert Projektleiter PD Dr. Tobias Deutsch und führt weiter aus: „Deshalb möchten wir diese Möglichkeiten systematisch erweitern. Der Landkreis Leipzig ist dabei die erste neue Partnerregion und durch die räumliche Nähe zu Leipzig gut zu erreichen. Für die Zukunft wäre eine Ausweitung auf ganz Sachsen vorstellbar.“

Das Lehrprojekt namens MiLaMed steht für „Mitteldeutsches Konzept zur longitudinalen Integration Landärztlicher Ausbildungsinhalte und Erfahrungen in das Medizinstudium“. Auf der Internetseite www.milamed.de finden Studierende für jede der drei sächsischen Regionen verschiedene Informationen, so zum Beispiel eine Kurzbeschreibung der Region oder Interviews mit Ärzten sowie auch Ideen für Ausflüge in der Freizeit. Über die Suchfunktion kann nach bestimmten Fachrichtungen, Ärzten, Orten oder per Schlagwortsuche gefiltert werden.

Die hinterlegte Karte hilft, einen Eindruck von der Lage der Praxis oder Klinik zu bekommen. Jeder Eintrag verfügt neben dem Kurzprofil auch über eine ausführliche Beschreibung mit Hinweisen zur Ausstattung, Erreichbarkeit, Übernachtungsmöglichkeiten sowie den Kontaktdaten des jeweiligen Einsatzortes. Das Projekt MiLaMed der Medizinischen Fakultät unterstützt bei der Vermittlung passender Förderangebote, um beispielsweise anfallende Fahrt- und Unterkunftskosten am Praktikumsort erstattet zu bekommen. Teilweise können Förderungen auch direkt über MiLaMed beantragt werden. Aktuell sind im sächsischen MiLaMed-Verbund insgesamt 84 Hausärzten, 50 ambulante Ärzte anderer Fachrichtungen, 15 Kliniken sowie zwei Gesundheitsämter und ein ländlicher Rettungsdienst involviert.

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