Im Fall der Fälle: Neue Kindernotfall-App

von | Nov. 5, 2024

Alles im Blick mit der neuen Kindernotfall-App. Quelle: DIVI

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Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin bringt eine neue App, mit der eine gewichtsadaptierte Medikation im Notfall noch einfacher wird.

Im Notfall müssen Medikamente für Kinder exakt berechnet werden. Genau das wird mit der neuen Kindernotfall-App der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin nun deutlich einfacher. Sie soll ab sofort zu einer Stütze für den Rettungsdienst, Erstversorger und klinische Notfallteams werden.

Bei der Entwicklung der DIVI-Kindernotfall-App wurde auf eine anwenderfreundliche und übersichtliche Darstellung geachtet, „damit diese im Notfall intuitiv anwendbar ist“, sagt Entwickler Florian Hoffmann, Oberarzt im Dr. von Haunerschen Kinderspital in München.

Über mindestens eine der wichtigsten Angaben wie Gewicht, Alter oder Größe des Patienten, wie auch anhand der weltweit verwendeten Farbeinteilung der Broselow-Skala, werden die wichtigsten Parameter gefiltert. Nach Auswahl der Indikation erscheinen sofort die zu verwendenden Wirkstoffe, die Applikationsform und die korrekte Dosierung. „Um Verwechslungen vorzubeugen, nutzen wir zusätzlich auch noch die standardisierte DIVI-Farbgebung von Spritzenetiketten“, erklärt Co-Entwickler Bernd Landsleitner, Leitender Oberarzt der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin der Cnopfschen Kinderklinik in Nürnberg. Alternativ zur Darstellung nach Indikation könne zudem auch eine Suchfunktion verwendet werden. Seltener benutzte Medikamente können über die Einstellungen zusätzlich aktiviert werden. So kann beispielsweise ausgewählt werden, ob Ketamin, Esketamin oder beides angezeigt werden soll.

Wichtig war Hoffmann und Landsleitner, bei den Empfehlungen der DIVI-Kindernotfallkarte – und analog zur DIVI-Kindernotfall-App – weitestmöglich auf Verdünnung zu verzichten. „So können weitere Fehlerquellen vermieden werden“, zeigt Hoffmann auf. „Nur Medikamente, die üblicherweise in der Notfallmedizin in allen Altersklassen verdünnt werden, sind auch integriert und mit Verdünnung angegeben.“ Und wenn rechnerisch korrekte, aber nicht applizierbare Dosierungen durch die App berechnet würden, werde pragmatisch gerundet.

Langfristig soll die App um weitere Features ergänzt werden. Geplant ist, auch Therapie-Algorithmen für die wichtigsten Krankheitsbilder zu integrieren. „Wir wünschen uns, dass die DIVI-Kindernotfall-App Der Ratgeber im Kindernotfall der Zukunft wird“, sagen beide Entwickler unisono. Vor einem Monat wurde die App bereits für Apple-Geräte veröffentlicht und seither von mehr als 2.000 Fachnutzern heruntergeladen. Ein wichtiges Zeichen und großer Erfolg, betonen beide.

Die App-Entwicklung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der lifeguardmedia GmbH. Teile der App sind kostenfrei. Die kompletten Funktionen werden durch ein Abonnement freigeschaltet. Die Erlöse werden an die DIVI-Stiftung gespendet und sollen wissenschaftliche Projekte in der Kindernotfallmedizin fördern.

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