HIMSS24: Sichere Verwaltung virtueller Geräte

by | Mar 3, 2024

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Bring your own device ist auch im Gesundheitswesen praktisch, allerdings mit allerhand Risiken verbunden. Aber ist es deshalb auch unmöglich? Nein sagen zwei Experten, was sie auf der HIMSS24 in Orlando an einem Anwendungsbeispiel aufzeigen werden. 

 

In den USA ist die Übermittlung von Patientendaten per SMS heute gängige Norm – und zwar, wenn sie über eine HIPAA-konforme, sichere Plattform in Übereinstimmung mit dem CMS-Beteiligungsbedingungen erfolgt. Das haben die Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) Anfang dieses Monats klargestellt. Für Kliniken ist die Nutzung persönlicher Geräte allerdings ein zweischneidiges Schwert. Einerseits geben sie Klinikern die Möglichkeit, jederzeit und überall auf Gesundheitsdaten zuzugreifen. Allerdings sind die Unternehmen dadurch auch unzähligen Datenschutz- und Sicherheitsrisiken ausgesetzt und haben mit großen IT-Problemen zu kämpfen.

Michael Trzcinski, Vice President of IT, Cybersecurity and Facility Operations bei Alliance Clinical Network, einer Gruppe von Standorten, die an Phase-I-IV-Forschungsstudien auf dem Gelände großer Krankenhäuser teilnehmen, und Vernon O’Donnell, President of Field Operations bei Hypori, werden auf der HIMSS24 deshalb über die sichere Verwaltung virtueller Geräte sprechen.

Mehr Effizienz dank eigener mobiler Geräte

Dabei sprechen die beiden Experten sowohl die neusten mobilen Cyberrisiken im Gesundheitswesen an, werden aber auch über die Rolle virtueller Mobilitätslösungen sowie ganz neue „Bring-Your-Own-Device-Überlegungen“ ansprechen. Denn BYOD erhöhe sowohl die Flexibilität als auch die Produktivität, betont O’Donnell: „Haben die Mitarbeiter jederzeit die Möglichkeit, von einem beliebigen mobilen Gerät auch unterwegs sicher auf wichtige Informationen zuzugreifen, erhöhen sich Reaktionsfähigkeit und Effizienz. Darüber hinaus werden Arbeitsabläufe rationalisiert und der Verwaltungs- und IT-Aufwand verringert.“

Und auch Trzcinski betont: „Der mobile Zugang hilft uns nicht nur, die Patientenversorgung zu verbessern, indem er die sichere Zusammenarbeit und Koordination zwischen den Teams in Echtzeit erleichtert, sondern er ermöglicht auch den Patienten den Zugriff auf ihre Gesundheitsinformationen – jederzeit und überall.“

Allerdings seien auch die Risiken nicht zu unterschätzen. Als Beispiele werden Datenverluste genannt, wenn beispielsweise ein Gerät verloren geht oder gestohlen wird und es keine Möglichkeit gibt, die Nutzerdaten aus der Ferne zu löschen. Und auch die Gefahr von Malware oder anderer Bedrohungen sei hoch, wenn die Geräte über keinen sicheren Zugang verfügen.

Die Lösung: virtuelle Geräte

Man habe sämtliche mobilen Lösungen in Betracht gezogen, betont Trzcinski, allerdings seien die Risiken stets zu hoch gewesen. Lediglich virtuelle Geräte hätten alle Kriterien erfüllt, ergänzt O’Donnell: „Durch das Angebot eines sicheren virtuellen Geräts müssen sich Gesundheitsdienstleister keine Sorgen machen, dass sie zwei Telefone mit sich führen, dass Daten durchsickern oder kompromittiert werden. Da keine Daten auf dem Gerät verbleiben, gibt es auch keine Daten auf dem Transportweg, so dass die herkömmlichen Risiken einer Gefährdung ausgeschlossen sind.“

Und auch der Datenschutz sei gewährleistet, da es eine hundertprozentige Datentrennung zwischen dem persönlichem und dem virtuellen Gerät gebe, sodass die Informationen des Nutzers stets geschützt seien.

Für das nötige Maß an Sicherheit sorgen Zugriffskontrollen, wie etwa die Multi-Faktior-Authentifizierung oder ein rollenbasierter Zugriff, und eine Virtualisierung, sodass sich keine Daten im Ruhezustand oder in der Übertragung befinden, was den HIPAA-Vorgaben zu elektronischen geschützten Gesundheitsinformationen (electronic protected health informaten ePHI) entspricht.

Michael Trzcinski und Vernon O’Donnell werden das Thema in ihrer Session „Unlocking Healhcare’s Mobile Future: A HIPPA-Compliant BYOD Use Case” am 13. März ab 12:15 Uhr auf der HIMSS23 in Orlando weiter ausführen.

Die vorangegangenen Inhalte wurden in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner HIMSS erstellt.

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