Herzrhythmusstörungen durch Alkoholkonsum

von | Okt. 4, 2024

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Übermäßiger Alkoholkonsum kann selbst bei jungen, gesunden Menschen klinisch relevante Herzrhythmusstörungen auslösen, zeigt eine neue Studie des LMU Klinikums.

Alkohol ist eines der stärkten Zellgifte überhaupt. Wie stark sich exzessiver Alkoholkonsum auf die Herzgesundheit auswirkt, haben nun Forscher des LMU Klinikums in ihrer „MunichBrew II-Studie“ untersucht.

Konkret haben die Wissenschaftler mit mobilem Equipment diverse kleine Feierlichkeiten aufgesucht, wo die Wahrscheinlichkeit hoch war, „dass viele der Partygänger mindestens 1,2 Promille erreichen würden“, sagt Prof. Stefan Brunner. Genau sie bildeten die Gruppe der Teilnehmenden der MunichBREW II-Studie, die weltweit bisher größte Untersuchung zu akutem Alkoholkonsum und EKG-Veränderungen im Langzeit-EKG über mehrere Tage. Die Ergebnisse wurden gerade im European Heart Journal veröffentlicht.

Spitzenwerte von bis zu 2,5 Promille

Insgesamt werteten die Forscher die Daten von über 200 Partygängern aus, die mit Spitzenblutalkoholwerten bis 2,5 Promille klar über den Durst tranken. 48 Stunden lang hat das EKG ihren Herzrhythmus überwacht, wobei unterschieden wurde zwischen dem Ausgangswert (Stunde 0), der „Trinkphase“ (Stunden 1-5), der „Erholungsphase“ (Stunden 6-19) und zwei Kontrollphasen jeweils 24 Stunden nach der „Trinkphase“ beziehungsweise der „Erholungsphase“. Die akuten Alkoholwerte während der Trinkperiode wurden mehrfach ermittelt. Die EKGs wurden auf Herzfrequenz, Variabilität der Herzfrequenz, Vorhofflimmern und weitere Arten von Herzrhythmusstörungen untersucht. Die EKGs hatten dabei trotz der ausgelassenen Stimmung der Studienteilnehmer, fast durchweg eine hohe Qualität.

Zahlreiche klinisch relevante Arrhythmien

„Klinisch relevante Arrhythmien traten bei über fünf Prozent der ansonsten gesunden Teilnehmer auf – und zwar überwiegend in der Erholungsphase“, erklärt Co-Autor und Privatdozent Dr. Moritz Sinner. Die Alkoholzufuhr in der Trinkphase führte zu einem immer schneller werdenden Puls mit über 100 Schlägen pro Minute. Alkohol, so scheint es, kann profund in die autonomen regulatorischen Prozesse des Herzens eingreifen. „Unsere Studie liefert aus kardiologischer Sicht einen weiteren negativen Effekt von akutem exzessivem Alkoholkonsum auf die Gesundheit“, betont Brunner. Welche langfristen schädlichen Effekte die alkoholbedingten Rhythmusstörungen auf die Herzgesundheit haben, bleibt Gegenstand weiterer Forschung.

Schon 2015 hatte das Team der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des LMU Klinikums beim Münchener Oktoberfest die MunichBREW I-Studie gestartet. Damals haben die Ärzte um Prof. Dr. Stefan Brunner und Privatdozent Dr. Moritz Sinner exzessiven Alkoholgenuss in Verbindung mit Herzrhythmusstörungen gebracht – aber nur eine Momentaufnahme im Elektrokardiogramm (EKG) untersucht.

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