Heidelberg Pharma korrigiert Umsatzprognose

by | Jun 19, 2024

Anhoren

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Verzögerungen bei Lizenzpartnern machen eine Korrektur der Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2024 nötig.

Heidelberg Pharma kassiert seine Umsatzprognose für das laufenden Geschäftsjahr 2024. Statt mit elf bis 15 Millionen Euro rechnet der Konzern nun nur noch mit neun bis zwölf Millionen Euro Umsatz. Als Grund werden Verzögerungen bei Lizenzpartnern genannt, die sich unerwartet negativ auf den Erlös im aktuellen Geschäftsjahr auswirken würden. Auf Basis dieser Anpassungen wird ein Betriebsergebnis zwischen -25,5 und -29,5 Millionen Euro erwartet (vorher: -23,5 bis -27,5 Millionen Euro). Die Finanzierung der Gesellschaft sei auf Basis der aktuellen Planung und der vorhandenen Mittel allerdings bis Mitte 2025 gesichert, heißt es. Berücksichtige man eine weitere erwartete Zahlung in Höhe von 75 Millionen US-Dollar von der US-Investmentfirma Healthcare Royalty, würde die Finanzierung bei Heidelberg Pharma sogar bis Ende 2026 stehen.

Heidelberg Pharma und Healthcare Royalty haben erst im März dieses Jahres eine entsprechende Vereinbarung auf Basis von Lizenzgebühren von bis zu 115 Millionen US-Dollar vereinbart. Verkauft wurden künftige Lizenzgebühren für ZircaixTM, ein radiopharmazeutisches Bildgebungsverfahren für die Diagnose und Behandlung von klarzelligen Nierenzellkarzinomen mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Mit Vertragsabschluss hat Heidelberg Pharma eine Vorauszahlung in Höhe von 25 Millionen US-Dollar erhalten. Nach der Zulassung von ZircaixTM durch die US-Arzneimittelaufsicht FDA fließt die maximale Zulassungszahlen von bis zu 75 Millionen US-Dollar.

Nach der Ad-hoc-Mitteilung zur angepassten Umsatzprognose gab die Aktie leicht um 1,8 Prozent nach. Anleger sind die Talfahrt allerdings schon gewohnt. In den vergangenen zwölf Monaten gab der Kurs rund 26 Prozent nach.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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