Handlungsempfehlungen für den Umgang mit KI

von | Feb. 25, 2025

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Der Vormarsch der KI verändert auch die Arzt-Patient-Beziehung, für die ein Projekt der MHH nun Handlungsempfehlungen für Mediziner und Patienten abgeleitet hat.

 

Der Vormarsch der KI verändert nicht nur das Gesundheitswesen, sondern vor allem auch die Arzt-Patient-Beziehung. Mit genau diesem Thema hat sich das Institut für Ethik, Geschichte und Philosophie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) beschäftigt. Im Rahmen des Diskursprojekts „Mein Doktor, die KI und ich“ wurden konkrete Handlungsempfehlungen für Patienten und Mediziner entwickelt, die beiden Gruppe praktische Orientierungshilfen für den Umgang mit KI-basierten Systemen bieten sollen.

Diskursprojekt ist in diesem Kontext wörtlich zu nehmen. Über 170 Bürger, Mediziner und andere Experten haben daran teilgenommen. In mehreren unterschiedlichen Veranstaltungen äußerten sie hinsichtlich der KI Hoffnungen, beispielsweise Effizienzsteigerung, Entlastung medizinischer Fachkräfte, bessere Informationsverfügbarkeit, aber auch Befürchtungen wie zum Beispiel Datenmissbrauch, fehlende Zuverlässigkeit und mangelnde Transparenz. Die Teilnehmer diskutierten über ethische, rechtliche und praktische Fragen und entwickelten gemeinsam erste Lösungsansätze.

„Die Handlungsempfehlungen basieren auf einem intensiven Dialogprozess“, erläutert Projektleiter Dr. Frank Ursin, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethik, Geschichte und Philosophie der Medizin. „Mit den Empfehlungen wollen wir einen Beitrag zu Patientenwohl, Autonomie und Vertrauen in die medizinische Versorgung leisten – auch in einer zunehmend digitalen Welt.“

Patienten müssen KI verstehen

Mit Blick auf die Patienten lautet eine der Handlungsempfehlungen: sich aktiv mit den potenziellen Vorteilen und Grenzen der KI auseinandersetzen. Denn nur wer die Funktionsweise versteht, kann letztendlich auch seine eigene Autonomie im Behandlungsprozess stärken.

Außerdem sollten Patienten den konkreten Einsatz von KI hinter-, beziehungsweise zunächst einmal bei ihren behandelnden Ärzten erfragen. Auch Datenschutz und Datensicherheit würden in diesem Kontext eine große Rolle spielen, heißt es vom Team der MHH. Und zu guter Letzt hätten Patienten sowohl ein Recht auf Wissen als auch auf Nicht-Wissen. Hier müsse bedürfnisorientiert vorgegangen werden.

Mediziner in der Pflicht

Bei den Handlungsempfehlungen für Mediziner stehen Verantwortung und Haftung ganz oben. Im Rahmen des Projekts wird betont, dass die KI niemanden von der Sorgfaltspflicht entbindet, sondern sie vielmehr medizinische Entscheidungen um datenbasierte Empfehlungen ergänzt. Die Ergebnisse der KI sollten in den klinischen Kontext eingeordnet und kritisch bewertet werden.

Behandelnde sollten außerdem die Funktionsweise von KI-Systemen verstehen und ihren Patienten verständlich erklären können. Transparenz und Erklärbarkeit schaffen Vertrauen im Arzt-Patienten-Verhältnis und sichern die Autonomie der Mediziner in einer zunehmend digitalisierten Gesundheitsversorgung.

Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld sei zudem die Weiterbildung. Mediziner sollten die Möglichkeit haben, sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich KI fortbilden zu lassen.

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