Halda Therapeutics sammelt 126 Millionen Dollar zur Entwicklung neuartiger „Hold and Kill“-Therapien gegen solide Tumore
Das Biotechnologieunternehmen Halda Therapeutics hat in einer Serie-B-Finanzierungsrunde 126 Millionen Dollar eingeworben, um seine innovativen RIPTAC-Therapien in die klinische Erprobung zu bringen. Diese neuen Ansätze sollen gezielt Krebszellen abtöten und gleichzeitig gesundes Gewebe schonen.
Halda Therapeutics, ein vielversprechendes Unternehmen im Bereich der Onkologie, hat sich mit einer Finanzierungsrunde von 126 Millionen Dollar frisches Kapital gesichert. Diese Mittel werden genutzt, um die klinische Entwicklung der ersten RIPTAC-Therapie voranzutreiben, die für die Behandlung von metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakrebs vorgesehen ist. Der Start der Phase-1-Studie ist für die erste Jahreshälfte 2025 geplant.
Innovative Therapieansätze zur Krebsbehandlung
RIPTAC steht für „Regulated Induced Proximity Targeting Chimeras“ und bezeichnet einen neuartigen Mechanismus, den Halda Therapeutics als „Hold and Kill“-Strategie beschreibt. Bei diesem Ansatz wird eine heterobifunktionale Molekülstruktur entwickelt, die zwei Proteine gleichzeitig anvisiert – ein krebszellspezifisches Protein und ein essenzielles Protein. Dieser Mechanismus ermöglicht es, Krebszellen gezielt abzutöten, während gesundes Gewebe, das das krebszellspezifische Protein nicht exprimiert, verschont bleibt.
„Dieses oral verfügbare, selektive und breit anwendbare Mechanismus zur Krebszelltötung ist darauf ausgelegt, die Arzneimittelresistenz zu überwinden, die ein großes Manko vieler aktueller Standardtherapien darstellt“, erklärte Dr. Kat Kayser-Bricker, Chief Scientific Officer bei Halda Therapeutics, in einer Pressemitteilung vom 12. August.
Wissenschaftliche Grundlagen und klinische Perspektiven
Die Technologie von Halda Therapeutics basiert auf den Arbeiten von Professor Craig Crews von der Yale University, der auch Gründer des Unternehmens ist. Mit RIPTAC hat Halda einen neuartigen therapeutischen Ansatz entwickelt, der das Potenzial hat, gegen resistente Tumore vorzugehen. Das Unternehmen plant, den ersten Kandidaten dieser Therapie, HLD-0915, in einer klinischen Studie bei Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakrebs zu testen.
Ein Teil der neuen Finanzierung wird auch für die Erweiterung des Teams von Halda Therapeutics und die Entwicklung weiterer RIPTAC-Kandidaten verwendet, darunter eine frühe Phase-Studie bei metastasiertem Brustkrebs. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an weiteren RIPTAC-Therapieprogrammen, die auf bisher nicht gedeckte medizinische Bedürfnisse bei Krebserkrankungen abzielen.
Bedeutende Investoren und Zukunftsaussichten
Die Finanzierungsrunde wurde von neuen Investoren wie Deep Track Capital, Frazier Life Sciences, RA Capital Management und Vida Ventures angeführt. Sie wurden von bestehenden Investoren wie Canaan Partners, Access Biotechnology und Elm Street Ventures unterstützt. Insgesamt hat Halda Therapeutics nun 202 Millionen Dollar eingeworben.
„Es besteht ein dringender Bedarf an neuartigen Mechanismen, um die Resistenz gegen Standardtherapien bei verschiedenen Tumorarten zu überwinden“, betonte Joe Cabral, Principal bei Frazier Life Sciences. „RIPTAC-Therapien bieten die Möglichkeit, Krebszellen selektiv zu töten, basierend auf unterschiedlicher Proteinausprägung, und könnten sowohl bei fortgeschrittenen Krebspatienten mit heterogenen Resistenzmustern als auch bei Patienten im Frühstadium der Krankheit wirksam sein.“
Im vergangenen Jahr präsentierte Halda präklinische Daten, die darauf hindeuten, dass RIPTAC-Therapien eine überlegene Anti-Tumor-Aktivität im Vergleich zu Pfizers Xtandi, dem derzeitigen Standard in der Behandlung von Prostatakrebs, aufweisen könnten. Darüber hinaus wird untersucht, ob diese neuen Medikamente in Kombination mit PARP-Inhibitoren eingesetzt werden können.



