Der Hannoveraner Rezeptprüfer Arwini ist von Cyberkriminelle angegriffen worden, ein Datenabfluss mittlerweile polizeilich bestätigt. Wie viele Versichertendaten tatsächlich betroffen sind, ist allerdings noch unklar.
Den Verein „Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftlichkeitsprüfung Niedersachsen“, kurz Arwini, kennt vermutlich kaum jemand. Dort werden die Rezepte auf Wirtschaftlichkeit geprüft, die Ärzte für gesetzlich Versicherte in Niedersachsen ausstellen.
Und genau da haben nun Cyberkriminelle zugeschlagen. Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung zuerst berichtete, wurde der Angriff auf den Server des Vereins Anfang Mai entdeckt. Mittlerweile hat die Polizeidirektion Hannover bestätigt, dass die international aktive Hackergruppe „Kairos“ hinter dem Ransomware-Angriff steckt und auch ein Datenabfluss erfolgt ist. Betroffen sind nach Polizeiangaben mutmaßlich vertrauliche Kontakt-, Abrechnungs- und Gesundheitsdaten von bis zu 75.000 gesetzlich Versicherten in Niedersachsen.
Kairos ist seit Ende 2024 aktiv und hat sich darauf spezialisiert, Daten zu exfiltrieren, um ihre Opfer anschließend damit zu erpressen, die gestohlenen Daten im Darknet zu veröffentlichen. Im Visier der Gruppe sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen sowie Organisation im Gesundheitswesen. Bislang gehen über 80 bestätigte Vorfälle unter anderem in den USA und Europa auf das Konto der Gruppe.
Das ist vor allem aus einem Grund erschreckend: Eine internationale Hackergruppe kennt – im Gegensatz zu vermutlich vielen anderen Akteuren des deutschen Gesundheitswesens – den kleinen niedersächsischen Abrechnungsverein und weiß um die Bedeutung dieser Schnittstelle im Gesundheitswesen. Und genau das sollte uns aka den Verantwortlichen zu denken geben.



