Habeck auf „Pharmareise“

by | Apr 29, 2024

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Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck besucht zwei Tage lang Pharma-Standorte in Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

 

Heute morgen um 8:30 Uhr geht sie los, die Pharmareise von Bundeswirtschaftsminister Habeck. Erster Stopp: das Biotechnologieunternehmen Zedira in Darmstadt. Auch Merck und B.Braun stehen auf der Liste für Hessen, bevor es morgen weiter nach Göttingen, Hannover und Barleben geht.

Laut Bundeswirtschaftsministerium will sich Habeck mit der Reise vor allem ein Bild von den Herausforderungen der Branche machen. Es solle darum gehen, wie die Voraussetzungen für die Gesundheitswirtschaft in Deutschland verbessert werden können.

Denn zufrieden ist die Branche nicht. Im aktuellen „Schlaglicht“ Chemie und Pharma, ein monatlicher Blick auf die Branchenzahlen des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), warnt Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup die Bundesregierung, dass die Gewinne im ersten Quartal hauptsächlich im Ausland und nicht in Deutschland erwirtschaftet wurden. Denn hier blieben die strukturellen Probleme weiterhin ungelöst: „Der Reformdruck bleibt. Gelassenheit, oder noch schlimmer Realitätsverweigerung, ist keine gute Strategie, um unser Land zu wirtschaftlicher Stärke zurückzuführen.“

Eine Rede auf dem Chemie-Arbeitgebertag wird Habeck ebenfalls halten. Denn auch hier sind die Worte zur aktuellen Situation in der Branche deutlich. „Wir produzieren auf dem Niveau von 2005 und zahlen entgelte auf dem von 2024“, sagt Mathias Bürk, Verhandlungsführer in der aktuellen Tarifrunde beim Bundesarbeitgeberverband Chemie. Selten sei die Ausganglage für eine Tarifrunde der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie so eindeutig wie in diesem Jahr, heißt es vom Verband weiter. Die Produktion sei seit Anfang 2022 um zwölf Prozent geschrumpft, es gäbe keine Aussicht auf schnelle Besserung und das alles mitten in einem Strukturwandel, der den Begriff „De-Industrialisierung“ salonfähig gemacht habe, ist im aktuellen Verbandsmagazin zu lesen. Die zwei Tage werden für den Wirtschaftsminister also sicherlich kein Spaziergang.

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