Strategische Kommunikation, die von generativer KI als relevant eingestuft wird, wird gerade für Digital-Health-Unternehmen zu einem wichtigen Geschäftstreiber, zeigt eine Analyse der Kommunikationsberatung The Medical Network.
Die Kommunikationsberatung The Medical Network (TMN) hat untersucht, welche Digital-Health-Unternehmen in den KI-Suchen stattfinden, und die Antwort mag überraschen: Nicht etwa die größten Konzerne werden von ChatGPT, Gemini oder Perplexity als relevant wahrgenommen, sondern diejenigen mit kontinuierlich relevanten, glaubwürdigen und redaktionell hochwertigen Inhalten. Für Oliver Struckmeier, Geschäftsführer von TMN ist damit klar: „GEO ist die neue Währung der Sichtbarkeit.“ GEO steht für Generative Engine Optimization und beschreibt, wie Inhalte in KI-basierten Suchen sichtbarer werden. Es löst damit SEO, also die Suchmaschinenoptimierung, ab.
„Wer heute kommuniziert, trainiert morgen die KI. Unternehmen, die redaktionell relevante Inhalte schaffen, werden in generativen Suchsystemen bevorzugt – und damit auch im Markt. Sichtbarkeit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis strategischer Kommunikation“, führt Struckmeier weiter aus.
Zwei KI-basierte Innovationsfelder untersucht
Für die Analyse hat das Team von TMN die Kommunikation in zwei zentralen medizinischen Innovationsfelder untersucht, nämlich der KI-basierten medizinischen Dokumentation und der KI-basierten klinischen Entscheidungsfindung.
Im Segment der KI-basierten medizinischen Dokumentation führt Voize mit 18 von 20 Punkten das Ranking an. Das Berliner Unternehmen hat mit der Botschaft „KI entlastet Pflegekräfte bei der Dokumentation“ ein emotionales, aber faktenbasiertes Narrativ geschaffen, das gesellschaftliche Relevanz mit technologischer Innovation verbindet. Diese klare Positionierung sorgt für hohe Medienpräsenz in Fachportalen und Leitmedien wie Handelsblatt und Spiegel.
Auf Platz zwei folgt Clinomic mit 15 von 20 Punkten. Das Unternehmen positioniert sich konsequent als „KI-Partner für Intensivmedizin“ und stützt diese Rolle durch klinische Studien, institutionelle Anerkennung und eine Förderung der Europäischen Investitionsbank. Die Verbindung aus wissenschaftlicher Tiefe und gezielter Fachkommunikation schaffe Vertrauen und Sichtbarkeit.
MyScribe belegt Platz drei mit 14 von 20 Punkten. Das Start-up hat mit dem ersten KI-generierten Arztbrief Deutschlands ein klares Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Die Gründerin, selbst Ärztin, steht für Authentizität und Praxisnähe – eine Kombination, die sowohl in Fachmedien wie Deutsches Ärzteblatt als auch in Startup-Medien Beachtung findet.
Community-Building
Im Bereich der KI-basierten klinischen Entscheidungsunterstützung zeigt sich, wie auch regulatorische Meilensteine, wissenschaftliche Fachkommunikation und Community Building die KI-Sichtbarkeit prägen. An der Spitze steht Prof. Valmed mit 17 von 20 Punkten. Das Unternehmen hat mit seinem gleichnamigen medizinischen Co-Pilot das erste LLM-basierte Tool zur klinischen Entscheidungsunterstützung mit CE-Zertifizierung als Medizinprodukt der Klasse IIb entwickelt. Ein regulatorischer Meilenstein, der international mediale Aufmerksamkeit erzeugte und gezielt als kommunikatives Differenzierungsmerkmal genutzt wird, um sich als Referenz für vertrauenswürdige generative KI in der Medizin zu positionieren.
Auf Platz zwei folgt AMBOSS mit 16 von 20 Punkten. Die Marke hat sich als führende klinische Wissensdatenbank etabliert und integriert zunehmend KI-gestützte Entscheidungsunterstützung. Das Unternehmen profitiert von einer außergewöhnlich aktiven Community unter Ärzt:innen.
Aignostics komplettiert die Top 3 mit 15 von 20 Punkten. Das Berliner Unternehmen für KI-gestützte Pathologie setzt auf wissenschaftlich fundierte Kommunikation: Fachpublikationen, Funding-Runden und internationale Rankings wie Newsweek’s World’s Best Digital Health Companies schaffen Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit weit über die Nische hinaus.
Die Analyse macht deutlich: Sichtbarkeit ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer klaren Kommunikationsstrategie. Unternehmen, die aktiv kommunizieren, Thought Leadership aufbauen und relevante Inhalte schaffen, profitieren nicht nur in klassischen Medien, sondern auch in generativen Suchsystemen. GEO belohnt also jene, die Kommunikation als festen Bestandteil ihres Geschäftsmodells verstehen und damit die Schnittstelle zwischen Technologie, Vertrauen und öffentlicher Wahrnehmung besetzen.



