GSK: Milliarden für Krebsmedikamente

von | Juni 12, 2026

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Der britische Pharmakonzern Glaxo Smith Kline, GSK, übernimmt für knapp elf Milliarden US-Dollar den US-Wettbewerber Nuvalent und sichert sich damit Zugang zu onkologischen Therapien.

 

 

Präzise und zielgerichtete sind Krebstherapie heute. Dieser Überzeugung ist man beim Pharmakonzern Glaxo Smith Kline, kurz GSK. Für 10,6 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 9,2 Milliarden Euro) übernehmen die Briten den US-Wettbewerber Nuvalent Inc. Das Biopharmazieunternehmen befindet sich mit seinen onkologischen Therapien aktuell im klinischen Stadium. Für GSK ist die Übernahme ein strategisches Ziel: validierte Zielmoleküle, die Einschränkungen bestehender Standardtherapien hinsichtlich Wirksamkeit und/oder Verfügbarkeit maßgeblich angehen.

Und genau das bietet die Nuvalent-Pipeline. Mit Zidesamtinib (NVL-520) und Neladalkib (NVL-655) haben die Amerikaner zwei hochselektive ROS1- und ALK-Inhibitoren der nächsten Generation im späten Entwicklungsstadium, die aus Sicht von GSK das Potenzial haben, zu den besten ihrer Klasse zu gehören, und zur Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) bestimmt sind. Beide Wirkstoffe haben von der FDA die Ausweisungen als „Breakthrough Therapy“ und „Orphan Drug“* erhalten und befinden sich derzeit in der Prüfung, wobei die voraussichtlichen Entscheidungstermine für Zidesamtinib auf den 18. September 2026 und für Neladalkib auf den 27. November 2026 festgelegt sind. Vorbehaltlich der FDA-Zulassung wird ihre Markteinführung noch für 2026 erwartet. Für beide Wirkstoffe sieht GSK Blockbuster-Potenzial. Ein drittes Produkt befindet sich aktuell in einer Phase-I-Studie und auch das präklinische Portfolio von Nuvalent wird mit übernommen.

Direkte Umsatzchance 

Diese direkten Wachstumschancen erklären aus Sicht von GSK auch den hohen Kaufpreis. GSK-CEO Luke Miels rechnet bereits für das kommende Jahr mit verbesserten Gewinnbeiträgen. An der Prognose für das Gesamtjahr 2026, wonach das operative Kerngewinnwachstum und das Kerngewinnwachstum je Aktie zwischen sieben und neun Prozent liegen sollen, ändert sich nichts. Allerdings stärke die Übernahme das Konzernziel eines Umsatzes von über 40 Milliarden britischen Pfund (umgerechnet rund 46 Milliarden Euro) bis 2031. „Wir erwarten eine Steigerung des Kerngewinns im Jahr 2027 und des Kerngewinns je Aktie im Jahr 2029, einschließlich Synergien und einer Neuausrichtung der Prioritäten“, heißt es von GSK. Maßgeblich sei die Annahme, dass die Transaktion im dritten Quartal 2026 abgeschlossen wird. Die Transaktion unterliegt allerdings noch den üblichen Abschlussbedingungen, darunter die Andienung einer Mehrheit der ausstehenden Stammaktien der Klasse A von Nuvalent im Rahmen des Übernahmeangebots sowie der Ablauf oder die Aufhebung der geltenden Wartefrist gemäß dem Hart-Scott-Rodino Act in den USA.

Dr. James Porter, Chief Executive Officer von Nuvalent freut sich dennoch bereits darüber, dass GSK den Wert erkannt hat, den diese Programme für Patienten bieten können: „Die nachgewiesene Erfolgsbilanz, die Infrastruktur und das Fachwissen von GSK werden die erfolgreiche Vermarktung von Zidesamtinib und Neladalkib unterstützen sowie die Weiterentwicklung unserer breiteren Forschungspipeline beschleunigen.“

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