Gleichwertige Mutterschutzleistungen für niedergelassene Ärztinnen

by | Mar 12, 2024

Anhoren

Teilen

 

Unterstützung für den nordrhein-westfälischen Vorschlag zur Gleichstellung der Mutterschutzleistungen für niedergelassene Ärztinnen vom Hartmannbund. Work-Life-Balance soll Fachkräftemangel entgegenwirken.

 

Der Hartmannbund – Verband der Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e. V. unterstützt Nordrhein-Westfalens Initiative für gleichwertige Mutterschutzleistungen für niedergelassene Ärztinnen. Ziel des Antrags, den das Land vergangene Woche  in den Bundesrat eingebracht hat, ist eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Selbstständige, insbesondere im Gesundheitswesen. Der Antrag sei auch angesichts des Fachkräftemangels von großer Bedeutung.

Work Life Balance für bessere Gesundheitsversorgung 

Gleiche Mutterschutzleistungen für Selbstständige während der Schwangerschaft und nach der Entbindung lautet die Forderung an die Bundesregierung über die am 22. März im Bundesrat abgestimmt werden soll. Bisher umfasst das Mutterschutzgesetz nur den Schutz von Müttern, die in einem Beschäftigungsverhältnis arbeiten, für selbstständig tätige Frauen hingegen gelten die Schutzfristen nicht. Dabei könnte eine Änderung auch im Hinblick auf den wachsenden Ärzte- und Fachkräftemangel von entscheidender Bedeutung sein. Das betonen zwei der drei Sprecherinnen des Ausschusses Ärztinnen im Hartmannbund, Galina Fischer und Sabine Wedekind: „Die Einführung von Mutterschaftsleistungen analog zur Absicherung der angestellten Ärztinnen ist ein gerechter Schritt, der die einzelne Ärztin und damit auch die ambulante Versorgung stärkt.“ 

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Selbstständige im Gesundheitswesen trage einen wesentliche Teil dazu bei, eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Wenke Wichmann, ebenfalls Sprecherin des Ausschusses, unterstreicht die Dringlichkeit einer praxisnahen und existenzsichernde Umsetzung der Richtlinien: „Eine Ablehnung des Entschließungsantrags auf Mutterschutz für Selbstständige durch den Bundesrat ist in Zeiten des Fachkräftemangels für unsere Gesellschaft nicht akzeptabel.“

Politik sieht Handlungsbedarf

Handlungsbedarf beim Thema Mutterschutz für Selbstständige sieht auch die Politik: Im Mai 2023 hatte der Petitionsausschuss des Bundestages selbst mehr Mutterschutz für Selbständige gefordert und auch die CDU/CSU brachte im Juni des Vorjahres einen ähnlichen Antrag in den Bundesrat ein. Im September folgte eine öffentliche Anhörung im Bundestags-Familienausschuss zu diesem Thema. Zudem stehen die Initiativen im Einklang mit einer EU-Richtlinie von 2010, die die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, selbstständigen und angestellten Frauen gleiche Mutterschaftsleistungen zu gewähren. 

Das könnte Sie auch interessieren

Schnarch-App für Mobil-Versicherte

Mit dem eigenen Smartphone herausfinden, wie gut es um die Schlafgesundheit steht. Versicherte der Mobil Krankenkasse erhalten Zugang zur App Snorefox.

Fusion in der Pflegesoftwarebranche

Die Berliner Geocon Software GmbH und die Dürener Cairful GmbH schließen sich zusammen und wollen damit ihren Umsatz künftig deutlich steigern.

Zusammenschluss bei RNA-Forschung

Die beiden Biopharmazie-Unternehmen Ipsen und Skyhawk Therapeutics schließen sich im Bereich Neurowissenschaften zusammen. Vor allem Ipsen will damit die eigene Pipeline erweitern.

Die beiden Biopharmazie-Unternehmen Ipsen und Skyhawk Therapeutics schließen sich im Bereich Neurowissenschaften zusammen. Vor allem Ipsen will damit die eigene Pipeline erweitern.