GKV-Zusatzbeitrag steigt 2024 weiter

by | Oct 12, 2023

Anhoren

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Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz dürfte 2024 auf 1,7 Prozent steigen. Der GKV-Spitzenverband warn vor der seit Jahren drehenden Beitragserhöhungsspirale.

Und sie schraubt sich weiter nach oben, die Preisspirale bei den Zusatzbeiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung, GKV. Nach 0,3 Prozentpunkten in diesem Jahr soll der amtliche durchschnittliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen 2024 erneut um 0,1 Prozentpunkte steigen. Das wurde auf der Sitzung des GKV-Schätzerkreises am 12. Oktober bekanntgeben, der sich aus Experten des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesamtes für Soziale Sicherung und des GKV-Spitzenverbandes zusammensetzt. Die Prognose für den Zusatzbeitrag in Höhe von 1,7 Prozent im kommenden Jahr basiert auf Schätzungen von Einnahmen, Ausgaben und der voraussichtlichen Zahl der Versicherten.  

Für 2023 erwartet der Schätzerkreis Einnahmen des Gesundheitsfonds in Höhe von 278 Milliarden Euro. Darin enthalten ist der reguläre Bundeszuschuss von 14,5 Milliarden Euro, ein ergänzender Bundeszuschuss von zwei Milliarden Euro sowie ein Darlehen des Bundes, das bis 2026 zurückgezahlt werden muss. Auf Einnahmenseite könne zudem eine Liquiditätsreserve von 5,3 Milliarden Euro sowie weitere 2,5 Milliarden Euro aus Finanzreserven der Krankenkassen verbucht werden. 273,2 Milliarden Euro werden den Kassen aus dem Gesundheitsfonds zugewiesen, deren Ausgaben geschätzt bei 297 Milliarden Euro liegen werden. Positiv für die GKV wirke sich die stabile Beschäftigungslage trotz Konjunkturflaute sowie deutlich steigende Tariflöhne aus, heißt es. Insgesamt sei das GKV-Defizit 2024 damit niedriger als erwartet. Dennoch ist es nicht wegzudiskutieren. Die Finanzierungslücke liege 2024 in einer Größenordnung von 3,2 Milliarden Euro, die durch die erneute Erhöhung der Zusatzbeiträge geschlossen werden müsse, heißt es vom GKV-Spitzenverband.  

Dennoch werden die Ausgaben im kommenden Jahr voraussichtlich um 5,7 Prozent auf 314 Milliarden Euro steigen. Gleiches gilt für die Einnahmen des Gesundheitsfonds. Die Erwartungen liegen bei 283 Milliarden Euro. Allerdings ist auch hier wieder die Zuführung einer Liquiditätsreserve in Höhe von 3,1 Milliarden Euro vorgesehen, sodass die bestehenden Finanzreserven weiter abgebaut werden. Damit schrumpfen die Rücklagen des Gesundheitsfonds von zwölf Milliarden Euro Anfang 2023 auf nur noch 3,6 Milliarden Euro.  

Unzufrieden ist man vor allem beim GKV-Spitzenverband mit den Ergebnisse. Die Beitragsspirale müsse durchbrochen werden, sagt Vorstandsvorsitzende Dr. Doris Pfeiffer in einer Stellungnahme: „Steigende Zusatzbeiträge dürfen keine Selbstverständlichkeit werden! Deshalb ist es dringend geboten, dass der Gesetzgeber die Weichen für eine nachhaltige Finanzierung stellt.“ Es müsse jetzt darum gehen, dass einerseits der Bund endlich seiner Verantwortung für die bislang von den Krankenkassen getragene gesamtgesellschaftliche Aufgabe gerecht werde, Stichworte seien kostendeckende Beiträge für Bürgergeld-Beziehende, Dynamisierung der Bundesbeteiligung für familienpolitische Leistungen. „Andererseits bedarf es dringend effizienzverbessernder Maßnahmen auf der Ausgabenseite – insbesondere bei unwirtschaftlichen Strukturen besteht dringender Handlungsbedarf. Der anhaltend hohe Ausgabenanstieg für Krankenhäuser, Arzthonorare und Arzneimittel, um nur die größten Bereiche zu nennen, muss für alle ein Warnsignal sein“, schließt Pfeiffer ab.  

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