GKV-Tag: Krankenhausreform aber richtig

by | Jun 25, 2024

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Den quartalsweise stattfindenden GKV-Tag heute nutzen zahlreiche Verbände und Kassen, um für eine Reform des Kliniksektors aber gegen das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz in seiner jetzigen Ausgestaltung zu werben.

 

Unglaubliche 100 Milliarden Euro wird die Versorgung der GKV-Versicherten in Kliniken in diesem Jahr kosten, vermeldet der GKV-Spitzenverband. Dort nutzt man den heutigen GKV-Tag, um über die geplante Krankenhausreform zu sprechen. Denn die Ziele seien für alle Beteiligten grundsätzlich klar, wenn es dann aber konkreter werde, würden viele zurückzucken. Dabei lassen die Zahlen einen Aufschub tatsächlich nicht mehr zu, wie Dr. Susanne Wagenmann, Verwaltungsratsvorsitzende und Vertreterin der Arbeitgeber im GKV-SV, betont: „Jeder dritte Euro aus den Portemonnaies der Beitragszahler fließt in die Krankenhäuser. Die Auslastung der Krankenhausbetten ist auf rund 70 Prozent gefallen, gleichzeitig schnellen die Kosten nach oben. So kann es nicht weitergehen, das ist offensichtlich.“

Mit Blick auf die erste Lesung des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) im Bundestag an diesem Donnerstag fordert auch die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands Dr. Carola Reimann von Bund und Ländern eine enge Verzahnung von Struktur- und Finanzierungsreform sowie eine faire Finanzierung des Krankenhaus-Strukturumbaus: „Wir bezweifeln mittlerweile, dass diese Reform fair finanziert wird und dass sie die dringend notwendigen Verbesserungen für die Behandlungsqualität der Patientinnen und Patienten und für die Beschäftigten in den Kliniken bewirken wird. Denn an einigen entscheidenden Punkten haben Bund und Länder die Weichen nachhaltig falsch gestellt.“

Auch mit Reform Kosten nicht im Griff

Was die gesetzlichen Kassen nach wie vor beschäftigt, ist der Transformationsfonds, über den das KHVVG finanziert werden soll und für den die Kassen einen Großteil der Mittel beisteuern sollen. Das treibe vor allem die Kosten für die GKV weiter in die Höhe, attestiert auch der Vorstandsvorsitzender des BKK Landesverbands Bayern Dr. Ralf Langejürgen. Der geplante Transformationsfonds, Zuschläge und Förderbeträge für verschiedene stationäre Leistungsbereiche und die Nachfinanzierung von Tariferhöhungen würden nur zu milliardenschweren Belastungen der GKV-Versicherten und ihrer Arbeitgeber führen. „Der Strukturwandel im Krankenhausbereich ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Kosten dieses Umbauprozesses dürfen nicht einseitig auf die Beitragszahlenden der GKV abgewälzt werden. Bund, Länder und auch die private Krankenversicherung sind mit in der Pflicht”, ist Langejürgen überzeugt.

Verbände mahnen: Es bleibt wenig Zeit

Trotz aller Kritik an der solidarischen Finanzierung der Reform, mahnen die Verbände dennoch zur Eile. Denn was außerdem offensichtlicher wird: Für einige Krankenhäuser dürfte es langsam eng werden. Deshalb fordert der AOK-Bundesverband, dass Tempo und Stringenz der Reform wieder gesteigert werden. Andernfalls würden weder Länder noch Bund darüber entscheiden, welche Leistungsgruppe an welchem Krankenhausstandort angeboten werden, sondern einzig und allein über die noch verfügbaren personellen Ressourcen.

Der Appell der Verbände geht klar in Richtung der Länder, die im Machtpoker um ihre Entscheidungskompetenzen das große Ganze nicht mehr wirklich im Blick haben. So betonte Uwe Klemens, Verwaltungsratsvorsitzender und Versichertenvertreter beim GKV-SV: „Wir brauchen für die Krankenhäuser verbindliche bundesweite Qualitätsstandards, und zwar ohne, dass die Bundesländer diese dann wieder eigenmächtig aufweichen dürfen. Die Qualität einer Behandlung darf nicht davon abhängig sein, in welchem Bundesland ich einen Schlaganfall habe oder eine Krebsbehandlung bekomme.“

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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