Gesundheitskioske weggespart?

by | Apr 14, 2024

Anhoren

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Sie sollten zum zentralen Baustein für die regionale Versorgung werden, doch nun wurden die Gesundheitskioske im Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz wohl wegrationalisiert.

 

„Be careful what you wish for”, heißt es im Englischen. Erst am Donnerstag hatte ein Zusammenschluss der Selbstverwaltung die vielen neuen Strukturen innerhalb von Lauterbachs zahlreichen Gesetzen kritisiert – unter anderem die für die regionale Versorgung geplanten Gesundheitskioske. Nun scheint der Wunsch in Erfüllung zu gehen. In einem aktuellen Entwurf des Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz, das dem ARD Hauptstadtstudio vorliegt, sind Gesundheitskioske nun nämlich komplett gestrichen. Grund hierfür sei die FDP, die innerhalb der Koalition eisern an den Sparzielen festhält und denen die Gesundheitskioske nun zum Opfer gefallen scheinen.

Schon vorher wurde die Anzahl der geplanten Gesundheitskioske nach massiver Kritik aus Reihen von Politik und Sozialverbänden deutlich nach unten korrigiert. Zunächst war von etwa 1.000 Kiosken die Rede, innerhalb derer ausgebildete Pflegekräfte Gesundheitsleistungen, Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote erbringen sollten. Zwischenzeitlich waren dann nur noch 220 solcher Einrichtungen im Gespräch.

Doch auch diese geringere Anzahl war für die Parlamentarische Geschäftsführerin der FDP, Christine Aschenberg-Dugnus, eine „ineffiziente Doppelstruktur mit fragwürdigem Nutzen für die Versorgung.“ Im „Bericht aus Berlin“ sagte sie, es gehe stattdessen darum, „die Versorgung gerade im ländlichen Raum, die Grundversorgung mit Ärztinnen und Ärzten zu verbessern.

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