Gesundheitsdatenraum Mecklenburg-Vorpommern

von | Juni 26, 2026

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Es ist ein erster Schritt in Richtung Gesundheitsdatenraum Mecklenburg-Vorpommern: Forschende erhalten klinische Datensätze aus beiden Universitätsmedizinen des Landes.

 

Als absolutes Novum und ersten Schritt zum Gesundheitsdatenraum Mecklenburg-Vorpommern bezeichnet Prof. Karlhans Endlich, Wissenschaftlicher Vorstand der Unimedizin Greifswald, die Tatsache, dass Forschende nun Datensätze aus beiden Unikliniken des Landes nutzen können. Das bringe die Forschung im Land einen großen Schritt voran.

Bisher war die gängige Praxis, dass Forschende an ihren jeweiligen Unimedizinen nur auf die eigenen klinischen Datensätze vor Ort zurückgreifen konnten. Das nun von den Abteilungen Allgemeinmedizin und Medizininformatik des Instituts für Community Medicine gestartete Pilotprojekt wird dieses Verfahren nachhaltig verändern, ist man in Mecklenburg-Vorpommern überzeugt.

„Wir haben im vergangenen Jahr die Bereitstellung von Routinedaten für die Forschenden in unseren Häusern sowohl in Rostock als auch in Greifswald sehr gut etabliert. Nun machen wir auch Datentransfer über die Stadtgrenzen hinweg möglich“, sagt Prof. Dagmar Waltemath, Leiterin des Datenintegrationszentrums Greifswald. Bei einem Austausch von klinischen Daten müssen die Datensätze vereinheitlicht sein. Gleichzeitig müsse der rechtliche Rahmen ebenso eingehalten werden wie datenschutzrechtliche Bestimmungen unter Berücksichtigung ethischer Aspekte. „Wenn dann noch die Zusammenarbeit beider Datenintegrationszentren aus Rostock und Greifswald so gut funktioniert wie in diesem Fall, dann ist das eine Erfolgsgeschichte“, ist sich Prof. Waltemath sicher.

Rechtlich macht das Gesundheitsforschungsstärkungsgesetz des Landes M-V den Austausch dieser Daten möglich. Trotz der vielen Rahmenbedingungen soll die Bereitstellung von Forschungsdaten benutzerfreundlich bleiben. „Ein Antrag – Daten aus zwei Unimedizinen – unzählige Möglichkeiten““, fasst Waltemath den zukünftigen bürokratischen Aufwand in Relation zu den entstehenden Anwendungsoptionen zusammen. Das Pilotprojekt zeigte dabei auf, welche Prozesse noch in diesem Jahr optimiert werden können und müssen, um den Datenaustausch so anwenderorientiert wie möglich zu gestalten. Noch im Laufe des Jahres soll daraus eine Routine entwickelt werden, die für Forschende an beiden Universitätsmedizinen einen Service mit wirklichem Mehrwert macht.

„Die Notwendigkeit, klinische Daten zum Zwecke der Forschung auszutauschen, ergibt sich gerade auch in der Entwicklung von Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz. Hier sind große Datenmengen notwendig, um präzise KI-gestützte Systeme zu entwickeln“, erklärt Prof. Endlich. „Durch die Zusammenarbeit mit der Unimedizin Rostock und dem dortigen Datenintegrationszentrum ist der erste Schritt geschaffen. Weitere Krankenhäuser sollen nun folgen, um das Ziel eines ‚Gesundheitsdatenraums M-V‘ zu realisieren.“

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