Gerresheimer kauft in Italien zu

by | May 24, 2024

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Der Düsseldorfer Pharma-, Biotech- und Kosmetik-Zulieferer sichert sich über die Dach-Holding Blitz Luxco die italienische Bormioli Pharma Group.

 

Private-Equity-Investor Triton verkauft Blitz Luxco an den Düsseldorfer Konzern Gerresheimer. Der ist vor allem an der Bormioli Pharma Group unter dem Blitz Luxco Dach interessiert, das Triton 2017 im Rahmen einer Ausgliederung erworben hatte.

Bormioli Pharma vertreibt pharmazeutische Primärverpackungen aus Glas und Kunststoff sowie Verschlusslösungen, Zubehör und Dosiersysteme, was laut Gerresheimer „komplementär“ zum eigenen Produktportfolio sei. Der Umsatz von Bormioli lag zuletzt bei rund 370 Millionen Euro, die angepasste EBITDA-Marge bei rund 21 Prozent.

800 Millionen Euro als Unternehmenswert hat Gerresheimer dem Kaufpreis zugrunde gelegt, was einem angepassten EBITDA-Multiple von rund zehn entspräche. Die Transaktion werde vollständig in bar bezahlt und durch einen Bridge Loan mit zweijähriger Laufzeit finanziert, teilte Gerresheimer-CFO Bernd Metzer mit.

Neuer Geschäftsbereich für Gerresheimer

Mit Bormioli will sich Gerresheimer den Geschäftsbereich Moulded Glass erschließen, auf den künftig rund ein Drittel des geplanten Umsatzes entfallen soll. 750 Millionen Euro Umsatz planen die Düsseldorfer hier bereits für 2024. Laut CFO Metzner werden durch die Übernahme bereits kurz- und mittelfristig Synergien in Höhe von drei bis fünf Prozent des Unternehmensumsatzes erwartet. Zwei Jahre nach dem Closing will man bereits 65 bis 70 Prozent der Synergien realisiert haben. Abgeschlossen wird der Deal vermutlich im vierten Quartal des Jahres.

Die Investoren von Gerresheimer scheinen ähnlich begeistert und feiern den Zukauf mit einem Kursplus – auch weil Konzernchef Dietmar Siemssen mit der Transaktion „ein Ausrufezeichen hinter die Wachstumsambitionen“ setzt: „Bormioli Pharma passt strategisch ideal zu uns und beschleunigt unsere Transformation zum integrierten System- und Lösungsanbieter.” Beide Unternehmen ergänzten sich sowohl im Produktportfolio als auch in der regionalen Abdeckung mit Produktionsstandorten in Europa. Die Überschneidungen seien sehr begrenzt.

Der MDax-Titel kletterte nach der Übernahmemeldung zeitweilig um 14 Prozent nach oben, bevor er wieder leicht zurückfiel, aber zweistellig im Plus bliebt. Das Auf kommt gelegen, da die Aktie zuletzt um mehr als zwölf Prozent abgesackt war.

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