Genvarianten für Essverhalten und Körpergewicht gefunden

von | Nov. 15, 2024

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An der Universität Duisburg-Essen hat ein Forscherteam in einer Studie drei Genvarianten entdeckt, die sowohl den Body-Mass-Index als auch das Essverhalten beeinflussen.

Es ist ein interessanter Zusammenhang, den Forscher der medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen nun bei drei genetischen Varianten im CTBP2-Gen entdeckt haben. Sie stehen sowohl mit einem geringeren Body-Mass-Index als auch mit einem höheren Risiko für die Essstörung Anorexia nervosa, umgangssprachlich Magersucht, in Verbindung. Die Effekte dieser drei Varianten auf das Körpergewicht waren hauptsächlich bei Frauen zu finden. „Das hat uns natürlich hellhörig gemacht“, erklärt Prof. Dr. Anke Hinney, Leiterin der Sektion für Molekulargenetik Psychischer Störungen am LVR-Universitätsklinikum. „Denn Anorexia nervosa ist eine Erkrankung, die vorwiegend junge Mädchen betrifft.“

Veröffentlicht hat das Team seine neuen Erkenntnisse in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry. „Interessant ist, dass die genetischen Varianten, die wir nun in Patientinnen mit Anorexia nervosa sowie Kindern und Jugendlichen mit Adipositas gefunden haben, alle in einer spezifischen Region von CTBP2 liegen“, führt Dr. Luisa Rajcsanyi, eine der Seniorautorinnen der Studie weiter aus. Diese Region kodiere das Ribeye-Protein, von dem bisher geglaubt habe, dass es vor allem in den sogenannten Bändersynapsen, englisch synaptic ribbons, also beispielsweise in der Retina im Auge vorkomme.

Um diesen unerwarteten Zusammenhang besser zu verstehen, haben sich die Wissenschaftler Expressionen des Proteins und seiner Vorläufer-Version, der mRNA, in verschiedenen Tiermodellen näher angeschaut. So konnte zum ersten Mal überhaupt eine Ribeye-mRNA im Hypothalamus, einer Gehirnregion mit einer hohen Relevanz für Energiebilanz und Essverhalten, nachgewiesen werden.

Anschließend hat das Team auch mögliche Zusammenhänge mit Leptin, einem der wichtigsten Hormone für das Essverhalten, analysiert. „Dazu haben wir Mäuse untersucht, die kein körpereigenes Leptin bilden können. Wurden diese Mäuse mit Leptin behandelt, stieg die Produktion von Ribeye im Hypothalamus deutlich an“, sagt Prof. Dr. Anke Hinney. „Weiterführende Analysen müssen nun zeigen, über welchen Mechanismus Ribeye das Körpergewicht reguliert.“

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