Generation rauchfrei

von | Nov. 5, 2024

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Mit einem neuen, noch strengeren Rauchverbot will die britische Regierung die nachwachsende Generation möglichst komplett von Tabak fernhalten.

In Großbritannien wird heute ein Gesetz im Parlament eingebracht, dass den Tabakonsum und auch die sogenannten Vapes (E-Zigaretten) deutlich einschränkt. Ziel ist es, den britischen National Health Service (NHS) sowie die Wirtschaft besser vor den Folgen des Rauchens zu schützen.

Nach eigenen Angaben sei der neue Gesetzentwurf weltweit führend und zielt auf eine komplett rauchfreie nachwachsende Generation ab. Dafür soll der Verkauf von Tabakprodukten an Personen unter 15 Jahren im Vereinigten Königreich bereits in diesem Jahr schrittweise eingestellt und damit der „Suchtkreislauf durchbrochen“ werden, heißt es in einer offiziellen Meldung der britischen Regierung.

Beispiellos ist bisher der Vorstoß der Briten, das Rauchverbot von Innenräumen in bestimmte Außenbereiche auszuweiten. So soll im Umfeld von Kinderspielplätzen, Schule und Krankenhäuser künftig nicht mehr geraucht werden. Daneben sieht der Gesetzentwurf ein Verbot von Werbung und Sponsoring für Vapes sowie Einschränkungen auf bestimmte Geschmacksrichtungen, Auslangen und Verpackungen aller Art von E-Zigaretten sowie anderer Nikotinprodukte vor. Auch Einwegdampfer sollen ab 1. Juni 2025 im Rahmen einer separaten Umweltgesetzgebung verboten werden.

Zudem soll in Zukunft das Rauchverbot auch für E-Zigaretten gelten – insbesondere in Bereichen, in denen sich Kinder und junge Erwachsene aufhalten. Denn im vergangenen Jahr hätten bereits 25 Prozent der elf- bis 15-jährigen das Dampfen ausprobiert. „Die steigende Zahl von Kindern, die rauchen, ist ein großes Problem. Das Gesetz über Tabak und Vapes wird dazu beitragen, die Vermarktung von Vapes an Kinder zu verhindern“, ist Englands Chief Medical Officer Prof. Chris Whitty überzeugt.

Stärkerer Fokus auf Prävention

Das Gesetz über Tabak und Vapes ist Teil der Reformagenda der Regierung, mit der der Prävention im Rahmen der Gesundheitsversorgung eine tragende Rolle zukommen soll. Dass Rauchen hier Priorität bekommt, wundert bei den Zahlen nicht: Jedes Jahr sterben im Königreich etwa 80.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Und auch der NHS wird enorm belastet – monetär wie kapazitiv. Die Kosten für die Steuerzahler belaufen sich auf 3,1 Milliarden Pfund pro Jahr, heißt es von der Regierung. Und die Kosten des Rauchens für die Wirtschaft sind sogar noch höher: Jedes Jahr gehen 18 Milliarden Pfund an Produktivität verloren, da Raucher zu einem Drittel häufiger krankgeschrieben sind.

„Rauchen mag wie ein Problem vergangener Generationen erscheinen, aber es ist immer noch die Hauptursache für vermeidbare Krankheiten und Todesfälle und hat enorme Auswirkungen auf den NHS, der jedes Jahr Milliarden durch Arztbesuche, Untersuchungen und Operationen kostet. Es ist auch klar, dass das Dampfen ein wachsendes Problem ist, insbesondere unter jungen Menschen“, erklärt Prof. Sanjay Agrawal, nationaler Fachberater des NHS England für Tabakabhängigkeit, die Motivation hinter dem neuen Gesetz.

Für Dr. Ian Walker, leitender Direktor für Politik bei Cancer Research UK, ist der heutige Tag ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem rauchfreien Großbritannien: „Durch die Anhebung des Verkaufsalters für Tabakprodukte und die angemessene Finanzierung von Raucherentwöhnungsdiensten kann die Regierung eine gesündere Zukunft aufbauen, Krebs verhindern und die Menschen vor einer lebenslangen tödlichen und kostspieligen Sucht schützen.“

Dafür will die Regierung beispielsweise „Opt-out“-Maßnahmen zur Raucherentwöhnung in die Routineversorgung der Krankenhäuser integrieren. Die sollen bestehende Programme zur Unterstützung der Raucherentwöhnung ergänzen.

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