Gendermedizin: orale Kontrazeptiva erhöhen Schlaganfallrisiko

von | Mai 21, 2025

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Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass das Schlaganfallrisiko bei jenen jungen Frauen um ein Dreifaches höher ist, die kombinierte orale Kontrazeptiva einnehmen.

 

Es ist eine der wenigen Studien, die sich speziell auf kryptogene ischämische Schlaganfälle (CIS) bei jungen Frauen konzentriert – also jenen Schlaganfällen ohne erkennbare Ursache, die 40 Prozent aller Fälle bei jungen Erwachsenen ausmachen. Die Forschungsergebnisse werden heute auf der Konferenz der Europäischen Schlaganfall-Organisation (ESOC) vorgestellt und sie zeigen: Kombinierte orale Kontrazeptiva (OC) erhöhen das Risiko um ein Dreifaches. Damit fügen sich die Ergebnisse in eine wachsende Zahl von Belegen ein, die einen Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und vaskulärem Risiko bei Frauen im reproduktiven Alter herstellen.

Für die Studie „Searching for Explanations for Cryptogenic Stroke in the Young” (SECRETO) hat Dr. Mine Sezgin von der Abteilung für Neurologie der Universität Istanbul und Hauptautorin der Studie 268 Frauen zwischen 18 und 49 Jahren mit einem CIS mit 268 Kontrollpersonen ohne Schlaganfall in 14 europäischen Zentren verglichen. Von den Teilnehmerinnen nahmen 66 Patientinnen und 38 Kontrollpersonen kombinierte OCs ein. Nach Berücksichtigung des Alters und bekannter Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Rauchen, Migräne mit Aura und abdominaler Adipositas war die Einnahme von OC mit einer bereinigten Odds Ratio von 3,00 (95 Prozent CI) verbunden. Es wurden keine signifikanten Wechselwirkungen zwischen der Einnahme von OC und diesen Risikofaktoren festgestellt, was darauf schließen lässt, dass das erhöhte Schlaganfallrisiko unabhängig von anderen bekannten Faktoren besteht.

„Unsere Ergebnisse bestätigen frühere Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen oralen Verhütungsmitteln und dem Schlaganfallrisiko”, erklärt Dr. Mine Sezgin. „Besonders bemerkenswert ist, dass die Assoziation auch dann stark bleibt, wenn andere bekannte Risikofaktoren berücksichtigt werden, was darauf hindeutet, dass zusätzliche – möglicherweise genetische oder biologische – Mechanismen involviert sein könnten.”

Die meisten OC-Anwenderinnen in der Studie nahmen Formulierungen auf Ethinylestradiol-Basis ein, mit einer mittleren Dosis von 20 Mikrogramm. Andere Östrogenarten wie Östradiolhemihydrat und Östradiolvalerat wurden ebenfalls erfasst. „Wir haben die äquivalente Östrogendosis für jede Patientin berechnet, um Konsistenz zu gewährleisten”, erklärt Dr. Sezgin. „Unsere Daten liefern zwar wichtige erste Erkenntnisse, aber es sind größere Studien erforderlich, um festzustellen, ob bestimmte Formulierungen mit unterschiedlichen Risiken verbunden sind. Dieses Wissen könnte dazu beitragen, Frauen bei der Wahl ihres Verhütungsmittels besser zu unterstützen.”

Die Forscher weisen zwar darauf hin, dass weitere prospektive Studien erforderlich sind, raten den Ärzten jedoch zur Vorsicht, wenn sie Frauen mit bekannten vaskulären Risikofaktoren oder einer Vorgeschichte von ischämischen Schlaganfällen kombinierte OCs verschreiben. „Unsere Ergebnisse sollten Anlass sein, das Schlaganfallrisiko bei jungen Frauen sorgfältiger zu bewerten, insbesondere bei Frauen mit zusätzlichen Risikofaktoren”, schloss Dr. Sezgin.

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