Gender Gap im US-Gesundheitswesen

von | Sep. 10, 2024

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Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Deloitte zeigt: Es sind vor allem die Kosten, die Frauen in den USA von einer gleichberechtigten Gesundheitsversorgung abhalten.

 

Gleichberechtigter Zugang zum Gesundheitssystem? In den USA scheint das nicht der Fall, wie die aktuelle Deloitte Health Care Consumer Survey 2024 zeigt. 50 Prozent der befragten Frauen geben an, dass sie bestimmte medizinische Untersuchungen, Vorsorge oder gar Versorgung auslassen oder aufschieben. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen Teil der nötigen Gesundheitsversorgung auslassen, ist laut Umfrage um 35 Prozent höher als bei Männern. Als Grund gegen die befragten Frauen lange Wartezeiten, hohe Kosten aber auch negative Erfahrungen im Gesundheitssystem an.

Bei den befragten Frauen ist es 50 Prozent wahrscheinlicher als bei den Männern, dass sie eine Behandlung aufgrund langer Wartezeiten auslassen, und 31 Prozent wahrscheinlicher als bei den Männern, dass sie eine Behandlung aufgrund der Kosten auslassen. Die drei wichtigsten Arten von Behandlungen, die Frauen aus Kostengründen auslassen, sind akute Erkrankungen wie eine Erkältung oder Grippe, präventive Behandlungen und Behandlungen für die Gesundheit von Frauen.

US-Gesundheitssystem behindert Frauen

Die Kosten seien dabei ein wichtiger Faktor für Frauen, wenn sie Entscheidungen über ihre Gesundheitsversorgung treffen – allerdings kein überraschender: Eine frühere Deloitte-Analyse hat bereits ergeben, dass Frauen jährlich 15,4 Milliarden Dollar mehr an Krankheitskosten aus eigener Tasche zahlen als Männer. Und selbst wenn hier mutterschaftsbedingte Kosten ausgeklammert würden, seien die Ausgaben noch immer rund zehn Prozent höher als die der Männer.

In der aktuellen Verbraucherumfrage stellte Deloitte zudem fest, dass Frauen eher als Männer psychische Gesundheitsleistungen aus Kostengründen vermeiden oder hinauszögern. „Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Gesundheit und der Wohlstand von Frauen untrennbar miteinander verbunden sind. Indem wir die von den Frauen identifizierten Hindernisse abbauen, können wir gemeinsam eine Zukunft schaffen, in der Frauen nicht die schwierige Wahl zwischen der Erhaltung ihrer Gesundheit und der Erhaltung ihres finanziellen Wohlergehens treffen müssen“, interpretiert Kulleni Gebreyes, M.D., US Chief Health Equity Officer und Managing Principal, Biowissenschaften und Gesundheitsversorgung, Deloitte Consulting LLP, die Ergebnisse.

Finanzen alleine nicht das Problem

Die Umfrage zeigt zwar, dass Frauen in den USA finanziell weniger gut auf unvorhergesehene medizinische Ausgaben vorbereitet sind. 44 Prozent gaben an, dass sie „nicht“ oder nur „etwas“ darauf vorbereitet sind, 500 Dollar für einen unerwarteten medizinischen Notfall zu zahlen; vor zwei Jahren waren es nur 37 Prozent. Im Vergleich dazu geben nur 25 Prozent der Männer an, im nächsten Jahr nicht auf solche Notfälle vorbereitet zu sein.

Monetäre Herausforderungen sind aber nicht das einzige Problem. Bei Frauen ist es 50 Prozent wahrscheinlicher als bei Männern, dass sie aufgrund langer Wartezeiten auf eine Behandlung verzichten, und die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen Arzttermin aufgrund von Transportproblemen versäumen, ist doppelt so hoch. Und dann seien auch negative Erfahrungen ein Grund für die deutlich höhere Hemmschwelle von Frauen: Gesundheitsprobleme werden oft falsch diagnostiziert oder übersehen, vor allem, wenn die Symptome nicht mit den gängigen und typisch männlichen Daten übereinstimmen.

Bei Frauen mittleren Alters, die Symptome einer Herzerkrankung aufweisen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehldiagnose beispielsweise doppelt so hoch wie bei Männern. In einer Fokusgruppe einer früheren Deloitte-Studie gaben 40 Prozent der teilnehmenden Frauen an, dass sie aufgrund der Art und Weise, wie ein Anbieter oder ein Mitarbeiter sie behandelt hat, eine Behandlung ausgelassen oder vermieden haben. Diese negativen Erfahrungen können zu Misstrauen führen und Frauen dazu veranlassen, notwendige Behandlungen zu vermeiden.

„Unsere Studienergebnisse zeigen wichtige Möglichkeiten auf, um jene Hindernisse zu beseitigen, die Frauen vom Zugang zur Gesundheitsversorgung abhalten, die sie nicht nur brauchen, sondern auch verdienen“, sagt Jen Radin, Leiterin des Bereichs Risiko- und Finanzberatung im Gesundheitswesen und Principal, Deloitte Consulting LLP. Es sei deshalb zwingend erforderlich, dass die Akteure im gesamten Ökosystem die Gesundheit von Frauen verstehen und ihr Vorrang einräumen, um die Lücke zu schließen und sicherzustellen, dass alle einen gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsleistungen haben.

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