Gedanken sprechen lassen

by | Nov 7, 2023

Anhoren

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Eine Gehirn-Computer-Schnittstelle soll in Zukunft die Gedanken von Menschen in Sprache übersetzen können. 

 

Interoperabilität ganz neu denken – daran arbeitet aktuell ein interdisziplinäres Forscherteam aus Neurowissenschaftlern, Neurochirurgen und Ingenieuren der amerikanischen Duke University. Konkret geht es um eine „Schnittstelle“ zwischen Computer und Gehirn, die als eine Art Sprachprothese Kommunikation mit Gedanken möglich machen soll. 

Erste Ergebnisse wurden Anfang November in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht. Demnach ist es dem Forscherteam gelungen, Signale im Gehirn einer Person in Sprache zu übersetzen. Nützlich könnten die Ergebnisse in Zukunft für Menschen mit motorischen Störungen wie ALS oder auch dem sogenannten Locked-in-Syndrom sein. Denn alle bisher verfügbaren Hilfsmittel zur Kommunikation sind entweder sehr langsam oder sehr umständlich. Diese Diskrepanz zwischen der gesprochenen und der entschlüsselten Sprache sei auf die relativ wenigen Sensoren für Hirnaktivität zurückzuführen, heißt es in der Veröffentlichung. Je weniger Sensoren, desto weniger entzifferbare Informationen können entschlüsselt werden.  

Die Forschungsaktivitäten beruhen also vor allem darauf, hochdichte, ultradünne und flexible Gehirnsensoren zu entwickeln, die die bisherige Hürde nehmen können. Mit Erfolg: Dem Team ist es nun gelungen, 256 mikroskopisch kleine Gehirnsensoren auf einem briefmarkengroßen flexiblen, für medizinische Zwecke geeigneten Stück Kunststoff unterzubringen. Denn auch die Neuronen im Gehirn, die für die Sprachkoordination verantwortlich sind, können im Gehirn sehr dicht beieinanderliegen, dabei aber völlig unterschiedliche Aktivitätsmuster aufweisen. Daher sei es notwendig, die Signale benachbarter Gehirnzellen zu unterscheiden, um genaue Vorhersagen über die beabsichtigte Sprache treffen zu können, heißt es vom Forscherteam.  

 

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