Fünf neue Antibiotika-produzierende Bakterien entdeckt

by | Feb 5, 2024

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Forscher entdecken nach 40 Jahren in der Sammlung des Leibniz Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen neue Eigenschaften von Bakterien.

 

Es ist der technologische Fortschritt, der nun neuen Schwung in die Sammlung des Leibniz Institut DSZM-deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH bringt. Ein Forscherteam um Prof. Yvonne Mast und Dr. Imen Nouioui hat bei fünf der bereits seit 40 Jahren in der Sammlung befindlichen Bakterien nun neue Antibiotika-produzierende Eigenschaften entdeckt. Möglich sei dies nur dank neuer Untersuchungsmöglichkeiten mit modernen Technologien gewesen, heißt es. Die Ergebnisse ihrer Studie publizierten die Wissenschaftler jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Frontiers in Bioengineering and Biotechnology.

Die neuen Erkenntnisse zeigen, das mikrobielle Stammsammlungen nicht nur für den Erhalt der Artenvielfalt von enormer Bedeutung sind, sondern auch als Quelle für medizinische und biotechnologische Produkte dienen können. Jeder Mikroorganismus wird vor seiner Aufnahme in die Sammlung genau untersucht und seine Eigenschaften dokumentieren. Durch moderne Untersuchungsmethoden können heutzutage auch Eigenschaften von hinterlegten Mikroben entdeckt werden, die zuvor unerkannt blieben. So im Fall der fünf untersuchten Bakterien, die zur Gattung der Streptomyceten gehören. Das sind bekannte Wirkstoffproduzenten, die einen Großteil der eingesetzten Antibiotika herstellen.

„Unsere Untersuchung verdeutlicht, wie wichtig das kontinuierliche Sammeln von Bioressourcen für die Wissenschaft ist, da durch die Verwendung neuer Technologien ‚alte Bioressourcen‘ weiter an Wert gewinnen können“, erläutert Prof. Mast. In ihrer Studie konnten die Braunschweiger Forscher fünf Streptomyceten-Stämme als neue Spezies identifizieren. Zusätzlich hat das Genome Mining belegt, dass diese Bakterien auch Antibiotika herstellen können. In Experimenten konnten die Forschenden das für einige der Bakterien belegen. „Darüber hinaus besitzen diese Bakterien noch zahlreiche weitere Biosynthesegencluster, die wenig Ähnlichkeit zu bereits bekannten Genclustern aufweisen. Das deutet darauf hin, dass sie potenziell neuartige Naturstoffe produzieren könnten“, ergänzt Mast.

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