Das US-Biotechunternehmen Precigen hat über ein Shelf Registration Statement rund 35 Millionen Aktien öffentlich platziert. Mit dem Nettoerlös soll eine neue Krebstherapie zur Marktreife gebracht werden.
So einfach kann Kapitalbeschaffung sein: Das US-Biotechunternehmen Precigen will heute die Platzierung eines neuen Aktienpakets abschließen, welches es Investoren vor zwei Tagen öffentlich angeboten hat – konkret etwas über 35 Millionen Aktion zu einem Preis von 0,85 US-Dollar pro Aktie. Konsortialbanken haben außerdem die Optionen auf den Kauf von über fünf Millionen weiterer Aktien des Unternehmens. Bei Precigen rechnet man mit einem Bruttoerlös von rund 30 Millionen US-Dollar – ohne Berücksichtigung der Option der Konsortialbanken.
Möglich wird das Ganze im Rahmen eines sogenannten Shelf Registration Statements bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC), das bereits seit Januar 2024 wirksam ist. Dahinter verbirgt sich eine sogenannte „Vorregistrierung“ von Wertpapieren, die Unternehmen die Freiheit einräumt, mehrere öffentliche Angebote unter ein und derselben Registrierung zu platzieren, ohne jedes Mal einen separaten Prospekt einzureichen. Das bringt eine gewisse Flexibilität mit sich, Kapital dann zu beschaffen, wenn die Marktbedingungen günstig sind, oder – wie im Fall von Precigen – die frischen Finanzmittel für ein konkretes Projekt benötigt werden. Denn einmal eingereicht und genehmigt, ist das Shelf Registration Statement drei Jahre gültig.
Kapital für Zulassung von neuem Krebsmedikament
Das Kapital, das man bei Precigen nun mit dem neuen Aktienpaket einsammeln will, soll hauptsächlich in die Weiterentwicklung von PRGN-2012 bis zur behördlichen Zulassung und Markreife fließen. Ein kleinerer Teil soll für die Entwicklung anderer Pipeline-Produkte sowie für Betriebskapital verwendet werden. Bei Precigen rechnet man damit, dass die Nettoerlöse in Kombination mit der gerade erst angekündigten strategischen Neuausrichtung die Finanzierung bis Anfang 2025 sichern.
Hinter PRGN-2012 steckt eine „Off-the-shelf“ Gentherapie – also eine, bei der Spender-T-Zellen anstatt patienteneigner verwendet werden – bei Patienten mit rezidivierender respiratorischer Papillomatose (RRP), ein seltener, gutartiger Tumor der Atemwege. Hier hatte Precigen erst im Juni positive Ergebnisse aus einer Phase 1/2 Zulassungsstudie kommunizieren können. Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung 2024 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) von Scott M. Norberg, DO, Associate Research Physician, Center for Immuno-Oncology, Center for Cancer Research, National Cancer Institute und leitender Prüfarzt der klinischen PRGN-2012-Studie, vorgestellt.
Precigen-CEO Helen Sabzevari zeigte sich begeistert vom Potenzial der Therapie: „Aufgrund der Wirksamkeit, der Sicherheit und der einfachen Verabreichung glauben wir, dass PRGN-2012 für RRP-Patienten einen entscheidenden Fortschritt darstellt und das Potenzial hat, die bevorzugte Behandlung zu werden.” Bereits im Juni betonte Sabzevari dass man die „kommerziellen Vorbereitungen im Hinblick auf eine mögliche Markteinführung im Jahr 2025 intensiviert“ habe.


