Fresenius hebt Umsatzprognose für Krankenhausgeschäft

by | Jun 6, 2024

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Erfreuliche Nachrichten hatte Fresenius seinen Investoren im Rahmen des Capital Markets Days zu berichten: Die Aussichten für das Krankenhausgeschäft in Deutschland und Spanien der Fresenius Helios entwickelt sich besser als zunächst erwartet.

 

Ein erfolgreicher Capital Markets Day für Gesundheitskonzern Fresenius. In London konnten die Hessen ihre Prognose für das Umsatzwachstum im laufenden Jahr von Fresenius Helios anheben. Statt einstellig soll das Krankenhausgeschäft im Geschäftsjahr 2024 nun zweistellig wachsen, die EBIT-Marge sollte sich bei zehn bis elf Prozent einpendeln. Der EBIT soll stärker wachsen als der Umsatz und damit das profitable Wachstum beschleunigen. Fresenius Helios konzentriere sich weiterhin auf die Optimierung des Nettoumlaufvermögens, um die Cashflows nachhaltig zu verbessern. Die erwartete Beschleunigung des organischen Umsatzwachstums, gezielte Produktivitätsverbesserungen, steigende Profitabilität sowie eine konsequente Kapitalallokation seien die Basis für das Bestreben von Fresenius, seine Rendite auf das investierte Kapital (ROIC) weiter zu verbessern sowie die Verschuldung abzubauen, heißt es aus Bad Homburg.

Spezialisierung und Technologisierung

Für Fresenius-CEO Michael Sen ist die Gesundheitsversorgung der Zukunft digital, dategestützt, personalisiert und menschlich: „Und genau hierin liegt unsere Stärke. Wir sind nah an den Patienten. Unser geschärfter Fokus auf unsere Operating Companies zahlt sich aus. Die starke und verlässliche Wachstumsdynamik unserer Care Provision Plattform stimmt uns zuversichtlich, weshalb wir den Ausblick für Fresenius Helios für das Gesamtjahr verbessern.“

Die wichtigsten Wachstumstreiber bei Helios in Deutschland sind eine erweiterte medizinische Cluster- und Spezialisierungsstrategie, eine stärkere Integration der ambulanten Versorgung und eine Stärkung der Notfallversorgung, wird den Investoren mitgeteilt. Bei Quirónsalud sind die Hauptwachstumstreiber technologiebasierte Weiterentwicklungen, verschiedene Initiativen zur Steigerung der Attraktivität für Ärzte sowie ein selektiver Netzwerkausbau.

Beständiges Wachstum der Krankenhausmärkte

Anders als die allgemeine Nachrichtenlage mancher Tage vermuten lässt, ist das Wachstum der Krankenhausmärkte in Deutschland und Spanien aus Sicht von Fresenius „beständig und zuverlässig“. Ausgehend von einem Marktvolumen von 120 Milliarden Euro in 2023 rechnet der Konzern bis 2027 mit einem jährlichen Wachstum um drei bis vier Prozent in Deutschland. Treiber hierfür seien die demografischen Trends sowie eine inflationsbedingte Anpassung der Basisfallwerte. Darüber hinaus habe sich Helios gut positioniert, von der in Deutschland geplanten Krankenhausreform zu profitieren, die auf eine Konzentration von Krankenhausnetzwerken, Spezialisierung und eine stärkere Integration von stationärer und ambulanter Versorgung setzt.

In Spanien, wo es ein getrenntes öffentliches und privates Gesundheitssystem gibt, entfielen auf das private Anbietersegment etwa 20 Prozent (21 Milliarden Euro) der Gesamtausgaben im Jahr 2023. Bis 2027 wird das private Segment voraussichtlich um jährlich vier bis fünf Prozent wachsen, rechnet man sich bei Fresenius Helios aus. Dieses Wachstum sei – wie in Deutschland – ebenfalls zurückzuführen auf demografische Faktoren und Preisanpassungen. Hinzu komme in Spanien aber auch eine zunehmende Inanspruchnahme privater Krankenversicherungen aufgrund des Drucks auf das öffentliche System, die zu einer wachsenden Nachfrage nach privaten Angeboten führt.

Mehr Gesundheitsdaten, weniger Emissionen

Zudem will Fresenius sowohl in Deutschland als auch in Spanien in Zukunft mehr medizinische Daten, Analysen und auch Künstliche Intelligenz einsetzen, um bessere medizinische Ergebnisse zu erreichen. Klares Ziel sei es, dass mittelfristig alle relevanten klinischen Entscheidungen digital unterstützt werden. Gleichzeitig hält der Konzern an seiner Null-Emissions-Strategie bis 2040 fest, bis 2030 sollen die CO2-Emissionen bereits um 50 Prozent reduziert werden.

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