Eine Umfrage unter weiblichen Beschäftigten im Gesundheitswesen in 42 Ländern zeigt: Frauengesundheit sollte unternehmerische Priorität werden.
Es ist die erste großangelegte Studie zur Gesundheit von weiblichen Beschäftigten im Gesundheitswesen. Die Healthcare Businesswomen’s Association (HB) und FemTechnology haben Frauen in 42 Ländern auf sechs Kontinenten zu ihrer Gesundheit befragt. 70 Prozent gaben dabei an, dass sie alleine im letzten Monat aufgrund von frauenspezifischen Gesundheitsproblemen ein bis fünf Tage ihrer Produktivität verloren haben. 61 Prozent gaben an, dass sie sich deshalb sogar freigenommen haben.
Außerdem interessant: Vielen der befragten Frauen ist es unangenehm, am Arbeitsplatz über die Gesundheit zu sprechen. 61 Prozent stimmen zu, dass diese Gespräche mit einem Stigma behaftet sind.
Ohne Frauen kein Gesundheitswesen
Den Initiatoren der Studie gibt das zu denken. Denn laut dem US Bureau of Labor Statistics machen Frauen alleine in den USA 80 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen aus. Weltweit haben sie laut Weltgesundheitsorganisation WHO einen Anteil von 65 bis 70 Prozent. Demnach sei die Gesundheit von Frauen keine persönliche Angelegenheit, sondern ein wirtschaftlicher Imperativ mit massiven Auswirkungen, betont Mary Stutts, CEO der HBA: „Ungesicherte Gesundheitsprobleme verursachen jedes Jahr Tausende von Dollar pro Mitarbeiter, was sich für die Unternehmen zu versteckten Kosten in Millionenhöhe summiert. Ein Gesundheitssystem, das auf einem Einheitsmodell basiert, lässt die Belegschaft im Stich.“
Und sie wirken sich direkt auf die Unternehmen aus – etwa durch die genannte Produktivitätsverluste oder mangelndes Engagement. Entsprechend ist Oriana Kraft, CEO von FemTechnology, überzeugt: „Frauen leisten einen wichtigen Beitrag zur Belegschaft. In die Gesundheit von Frauen zu investieren, ist die klügste Entscheidung, die ein Unternehmen treffen kann – für seine Mitarbeiter, sein Endergebnis und seinen langfristigen Erfolg.“
Großes Interesse
Das sehen auch die befragten Frauen im Gesundheitswesen so. 76 Prozent zeigen Interesse an Instrumenten und Lösungen rund um Frauengesundheit, die vom Arbeitgeber bereitgestellt werden. Allerdings liefern derzeit nur wenige Arbeitgeber solche Informationen oder Angebote. Nur rund zehn Prozent der Befragten berichteten davon.
Die Studienmachern raten Unternehmen daher, einen geschlechterspezifischer Ansatz bei der Behandlung auch chronischer Erkrankungen zu ermöglichen. Auch müsse die Kommunikation verbessert werden, um Versorgungslücken zu identifizieren und dann z schlichen. Feedbackkultur nennen es die Studienautoren. Ein solch proaktive Ansatz trage nicht nur dazu bei, Versorgungslücken zu schließen, sondern unterstreiche auch das Engagement für die Gesundheit von Frauen und fördere eine engagierte, zufriedene und widerstandsfähige Belegschaft.



