Frauen bei Praxisgründungen vorn

by | Mar 8, 2024

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Analyse der Apobank zeigt: Frauen in Heilberufen gründen häufiger, sind jedoch beim der Übernahme von Praxen und Apotheken finanziell zurückhaltender im Vergleich zu männlichen Kollegen.

 

Frauen in akademischen Heilberufen wie Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie sind zunehmend unternehmerisch aktiv. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Apobank. Im Jahr 2022 übertraf der Anteil der weiblichen Gründerinnen in diesem Bereich den branchenübergreifenden Durchschnitt deutlich. Jedoch sind Frauen bei der Übernahme finanziell zurückhaltender als Männer. Das zeigt sich in niedrigeren Kaufpreisen für Praxen und Apotheken. Anreize für den Schritt in die Selbstständigkeit sind vor allem individuelle Freiheiten und flexible Möglichkeiten zur Berufsausübung. Damit kommt Frauen auch eine wesentliche gesellschaftliche Rolle in der ambulanten Gesundheitsversorgung zu.

Zahl der Frauen in Heilberufen steigt

Laut dem KfW-Gründungsmonitor betrug der Frauenanteil an Existenzgründungen insgesamt 37 Prozent. Doch in akademischen Heilberufen zeigt sich eine andere Dynamik: 61 Prozent der Gründerinnen waren Ärztinnen, während es bei Zahnärztinnen 53 Prozent und bei Apothekerinnen immer noch 48 Prozent waren. Hier zeigt sich allerdings ein Rückgang. Denn 2018 haben noch 62 Prozent Apothekerinnen gegründet. Aber auch wenn dieser Anteil im Vergleich zu den Vorjahren gesunken ist, betont Daniel Zehnich, Bereichsleiter Gesundheitsmarkt und Beteiligungen bei der Apobank:„Wir beobachten seit Jahren, dass die Anzahl der Ärztinnen, Zahnärztinnen und Apothekerinnen unter den Studierenden und Angestellten steigt – inzwischen setzt sich dieser Trend auch bei Existenzgründenden fort.“

Finanziell zurückhaltender als männliche Kollegen

Unterschiede zwischen den Geschlechter zeigen sich insbesondere bei der Übernahme von Praxen oder Apotheken: Frauen tendieren dazu, kleinere Einheiten zu wählen und entsprechend niedrigere Kaufpreise zu zahlen. Im Jahr 2022 zahlten Ärztinnen im Schnitt 88.000 Euro für die Übernahme einer hausärztlichen Einzelpraxis. Männer zahlten im Schnitt 35 Prozent mehr. Bei den von Frauen übernommenen zahnärztlichen Einzel­praxen lag der Durchschnittspreis bei 223.000 Euro, ein Unterschied von zwölf Prozent zu den Männern. Die von den Apothekerinnen gezahlten Kaufpreise für die Übernahme einer Apotheke mit durchschnittlich 474.000 Euro waren um neun Prozent niedriger als die der männlichen Kollegen.

Positiver Doppeleffekt der Selbstständigkeit

Zehnich betont, dass diese Entwicklung gleich einen doppelten Effekt habe: So würden nicht nur individuelle Freiräume und flexible Berufsausübung ermöglicht, sondern auch ein wichtiger gesellschaftlichen Beitrag geleistet, da niedergelassene Heilberuflerinnen und Heilberufler einen wesentlichen Teil zur ambulanten Gesundheitsversorgung beitragen.

 

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