FRAI.lab: Uniklinik Freiburg erhält Förderung für KI-Forschung

by | Jan 23, 2024

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Insgesamt 1,5 Millionen Euro steckt das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg in die KI-Forschung. Ein Drittel davon geht an „FRAI.lab Medizin“. Dr. Christian Haverkamp erläutert die Ziele des Gemeinschaftsprojekts mit der Mertelsmann-Stiftung.

 

Das Universitätsklinikum Freiburg ist eines von drei regionalen Exzellenzzentren für Künstliche Intelligenz in Baden-Württemberg. Das gemeinsam mit der Mertelsmann Foundation gGmbH eingerichtete Projekt „FRAI.lab Medizin“ soll die Datenverfügbarkeit in der Onkologie verbessern. 500.000 Euro Anschubfinanzierung vergibt das „Ländle“ dafür. Dr. med. Christian Haverkamp ist kommissarischer Direktor des Instituts für Digitalisierung in der Medizin in Freiburg. Er erklärt, warum eine strukturierte Datenerhebung und -erschließung bei neuroonkologischen Patienten elementar für den Einsatz von KI ist: „Soll KI für onkologische Fragestellungen zielführend eingesetzt werden, sind möglichst umfangreiche und gut charakterisierte Datensätze notwendig. Denn nur so kann die KI Muster in den Daten finden, die für den Menschen unsichtbar sind.“

Genau darum geht es zunächst in dem auf zwei Jahre befristeten Projekt. Doch Haverkamp und seine Kollegen denken schon weiter: „Wir wollen in den zwei Jahren nicht nur konkrete Kooperationen mit Medizintechnikunternehmen erarbeiten, sondern auch an einem nachhaltigen Finanzierungsmodell für das Forschungsprojekt arbeiten. Das FRAI.lab soll sich perspektivisch selbst tragen.“

Eine weitere Zielsetzung des Projekts: Die Krebsforschung, insbesondere die chirurgische Therapie von Hirntumoren, soll für innovative Unternehmen geöffnet werden. Das sei bisher ein herauforderndes Umfeld, betont Haverkamp, da ein OP immer ein komplexes Konstrukt sei, das empfindlich auf Störungen reagiere. Außerdem würden strenge Datenschutzbestimmungen gelten, weshalb ohne die Zustimmung der Patienten nur wenig möglich sei. „Für das Projekt FRAI.lab Medizin ist es deshalb essenziell, den intensiven Austausch mit Patienten und Ärzten zu suchen“, betont Haverkamp.

Zur Rolle der Mertelsmann Foundation seht der Neurologe: „Die Mertelsmann Foundation unterstützt uns zunächst sehr großzügig mit weiteren 500.000 Euro zusätzlich zu den Landesmitteln.“ Man wolle die Zusammenarbeit in den kommenden zwei Jahren jedoch weiter ausbauen, so dass sie über die finanzielle Unterstützung hinausgeht. Konkrete Details dazu kann Haverkamp derzeit aber noch nicht nennen.

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