Forschungsprojekt will Wasserverbrauch pro Belegbett reduzieren

von | Mai 27, 2026

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Der Wasserverbrauch in Kliniken ist immens. Ein Team der Universitätsmedizin Halle untersucht daher aktuell, wo es innerhalb des Wasserkreislaufs Einsparpotenzial gibt. 

 

Bis zu 600 Liter pro Tag und Belegbett. Kaum vorstellbar, aber das ist die Wassermenge, die in deutschen Krankenhäusern aktuell verbraucht wird. Wie viel das im Vergleich ist, zeigt der Bundesdurchschnitt von 120 Liter Trinkwasser, die jeder einzelne von uns pro Tag aktuell verbraucht. Und weil dieser Verbrauch eindeutig zu hoch ist, analysiert ein Team des Universitätsklinikums Halle (Saale) bereits seit Mitte 2025 sowohl Wasserverbrauch als auch Abwasserströme genauer. Ziel ist es, praktikable Lösungen zu entwickeln, die sowohl den Trinkwasserverbrauch reduzieren als auch neue innovative Verfahren zur Reinigung des Abwassers zur Marktreife bringen. Denn vor allem die Belastung durch Arzneimittelrückstände und Krankheitserreger darf innerhalb des Wasserkreislaufes nicht unterschätzt werden.

In Halle sind nun erste Erkenntnisse ausgewertet worden. Beispielsweise würden die Dialyse oder auch die Sterilgutversorgung große Menge Wasser benötigen, sagt Projektleiter Dr. Felix Glahn, Laborleiter des Instituts für Umwelttoxikologie der Universitätsmedizin Halle: „Aber auch viele kleinere Verbraucher wie Spül- und Waschmaschinen summieren sich im Klinikalltag schnell.“ Sind die verschiedenen Bedarfe erst einmal identifiziert, lässt sich gauch gegensteuern, betont Dr. Glahn: „Erste Erfahrungen aus anderen Kliniken zeigen, dass sich der Trinkwasserverbrauch nahezu halbieren lässt, etwa durch die Nutzung von Regen- oder Grauwasser.“ Letzteres ist leicht verschmutztes Wasser, das beispielsweise beim Duschen, Händewaschen oder beim Wäschewaschen anfällt.

Den gesamten Wasserkreislauf mitdenken

Und auch bei der Reinigung des Abwassers ist man in Halle bereits um einige Erkenntnisse reicher: „Das Projekt setzt dort an, wo relevante Abwasserbelastungen entstehen“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Wiese, Co-Antragsteller und Professor für Siedlungswasserwirtschaft mit dem Schwerpunkt Abwasser an der Hochschule Magdeburg-Stendal. „Ein besonderes Augenmerk liegt auf Antibiotika, deren Eintrag wir besser erfassen und möglichst reduzieren wollen. Dazu testen wir verschiedene neuartige Filtrations- und Oxidationsverfahren. So wollen wir auch die Entstehung multiresistenter Erreger eindämmen.“ Darüber hinaus sollen Möglichkeiten entwickelt werden, die im Abwasser enthaltene Wärme zurückzugewinnen.

Flankierend zu den Reinigungsversuchen erfolgen Studien am Institut für Umwelttoxikologie der Universitätsmedizin Halle, um unerwünschte Effekte von Antibiotikarückständen zu untersuchen – sowohl vor als auch nach der Reinigung. Denn deren chemische Abbauprodukte könnten nach einer Aufbereitung weiterhin problematisch sein. Tests mit Fadenwürmern und Algen helfen dabei, die Auswirkungen genauer abzuschätzen.

Gefördertes Projekt

Das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt fördert das Projekt bis Mitte 2028 mit rund 983.000 Euro. Bei der Vorstellung des Vorhabens überreichte Staatssekretär Dr. Steffen Eichner einen Förderbescheid. „Die möglichst nachhaltige Nutzung von Energie und Wasser ist gerade für das Gesundheitswesen eine enorme Herausforderung, aber auch eine große Chance. Denn wer den Einsatz von Ressourcen konsequent reduziert, schont nicht nur das Klima, sondern spart auch Kosten. Ich bin zuversichtlich, dass künftig auch andere Krankenhäuser von den Konzepten profitieren können, die im Rahmen des Modellprojekts entstehen werden“, betont Eichner.

Wichtige Partner im Projekt sind die Stabsstellen Krankenhaushygiene sowie Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz des Universitätsklinikums Halle (Saale), die Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien e.V. (GMBU e.V.), das Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft und die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH.

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