In Hamburg forschen Wissenschaftler im Rahmen des Projekts MobiDoc, wie sich die Erreichbarkeit von medizinischen Einrichtungen am besten analysieren und optimieren lässt.
Es ist irgendwie paradox. Einerseits basieren große Reformvorhaben wie die Krankenhausreform darauf, dass Menschen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens die nächste Klinik erreichen. Andererseits basieren solche Planungen zur Erreichbarkeit auf nur auf groben Schätzungen. Für eine genaue Analyse zur Erreichbarkeit medizinischer Angebote fehlen genauere Methoden. Und genau das will man in Hamburg mit dem Forschungsprojekt MobiDoc nun ändern.
MobiDoc soll verlässlich und optimiert zeigen, wie gut Ärzte einer Region wirklich erreichbar sind. Der Fokus liegt dabei auf speziellen Erreichbarkeitsanalysen. Für diese werden Daten, zum Beispiel Patientenprofile oder Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, gesammelt. Außerdem werden Informationen über mögliche Unsicherheiten in die Analysen aufgenommen. Die Ergebnisse sollen für zukünftige Nutzer verständlich dargestellt werden.
Ziel ist es, dass verschiedene Szenarien zur Erreichbarkeit durchgespielt und verglichen werden können. Die Methoden und Visualisierungen werden in ein digitales Tool überführt und dieser Prototyp anschließend in Hamburg getestet.
Das Projekt selbst wird an der HafenCity Universität Hamburg gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW Hamburg) durchgeführt. Geleitet wird es von Prof. Dr.-Ing. Jochen Schiewe, Professor für Geoinformatik und Geovisualisierung und Leiter des g2lab. MobiDoc wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit insgesamt rund 166.000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.



