Finanzspritze für belgische KI-Unternehmen

by | Apr 19, 2024

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15,5 Millionen Euro sammelt Cognivia für den Ausbau seiner KI- und ML-Lösungen ein, die vor allem die klinische Forschung verbessern sollen.

 

Das belgische KI-Unternehmen Cognivia sammelt 15,5 Millionen Euro von Kapitalgebern ein. Investiert haben Vesalius Biocapital IV, ein in Luxemburg ansässiger Risikokapitalfonds, der auf Healthtech und Biopharma spezialisiert ist, der belgische Staatsfonds SFPIM sowie Wallonie Entreprendre, eine auf die Region Wallonien fokussierte Wirtschaftsförderung. Für den Vesalius Biocapital IV ist Cognivia das erste Investment.

Bei Cognivia will man das frische Kapital nutzen, um die eigenen KI und ML-Lösungen weiter auszubauen, die vor allem in klinischen Studien eingesetzt werden und dort die Messung der therapeutischen Wirksamkeit verbessern. Nach eigenen Angaben schafft es Cognivia die Variabilität von klinischen Studiendaten um bis zu 30 Prozent zu erhöhen. Auch das operative Team, der Vorstand und der strategische Beirat werden sich mit dem Investment verändern, was in Kürze bekanntgegeben werden soll. In jedem Fall werde das Kapital dazu beitragen, dass Kliniker, Forscher und Industrie in Zukunft „fundierte, datengestützte Entscheidungen treffen können und dadurch letztendlich die Ergebnisse für Patienten und andere Interessensgruppen weltweit verbessern“, betont Dominique Demolle, CEO und Mitgründerin von Cognivia.

Fokus auf Placebo-Response und Therapietreue

Cognivia-Technologien sagen das Verhalten von Patienten und ihre Reaktion auf die Behandlung innerhalb einer klinischen Studie voraus. Die KI analysiert dafür psychologische Merkmale, Erwartungen und Überzeugungen der Patienten, die anhand eines eigens entwickelten Fragebogens erhoben werden.

Deshalb zielen die Lösungen von Cognivia auf kritische Bereiche klinischer Studie ab, die in der Vergangenheit erhebliche Herausforderungen für die Arzneimittelentwicklung darstellten, wie etwa die Placebo-Response oder die Therapietreue. Dabei sei es echte Pionierarbeit, das Verständnis von Patienten als Individuen zu quantifizieren und diese Erkenntnisse in die Analyse klinischer Studiendaten und/oder in optimale Strategien zur Patientenbindung einfließen zu lassen, betont man in Belgien.

Vor allem in den USA hat Cognivia bereits eine starke Präsenz, die mit der Finanzspritze weiter ausgebaut werden soll. Beispielsweise wird das dortige Team verstärkt und eine Tochtergesellschaft gegründet, die Kooperationen im Handel sowie in Forschung und Entwicklung ausbauen soll. Auch für strategische Allianzen und neue Mitglieder im Beirat sei man in Zukunft grundsätzlich offen, heißt es.

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