Fehlanreize durch Krankenhausreform?

by | Sep 17, 2023

Source: Slika je preuzeta sa www.google.com

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Ja, sagt der Verband der privaten Krankenkassen und wirft ein Gutachten der Unternehmensberatung Oberender mit Argumenten in den Ring.

 

Die Notwendigkeit einer Krankenhausreform scheint über alle Lager hinweg unumstritten. Das betont auch PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther, indem er sagt, dass die private Krankenversicherung eine Reform ausdrücklich begrüßt. Was dort hingegen kritisiert wird, ist das „Geld ohne Leistung“, die sogenannte Vorhaltefinanzierung. „Es drohen massive Fehlanreize, wenn die Bezahlung sich nicht auf erbrachte Leistungen bezieht. Die Kliniken würden sich weniger am Bedarf der Patientinnen und Patienten ausrichten, sondern mehr an bürokratischen Verteilungskriterien“, mahnt Reuther und das könne aus Sicht des Verbands nur bedeuten, dass die wichtigen Reformziele Qualität und Kosteneffizienz auf der Strecke bleiben.  

Um seine Position zu untermauern, hat der Verband der privaten Krankenversicherer ein Gutachten bei der Unternehmensberatung Oberender in Auftrag geben. Das Expertenteam um Prof. Dr. Andreas Schmid kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die Einführung einer Vorhaltevergütung im Grunde nachvollziehbar sei, es bei der Ausgestaltung jedoch Defizite gebe. „Die derzeit skizzierte Form der Vorhaltevergütung lässt neue Fehlanreize und Steuerungsprobleme entstehen. Das Risiko von Fallvermeidung, Unterversorgung und Wartelisten erhöht sich“, betont Schmid.  

Beistand bekommen die privaten Krankenversicherer dabei vom BKK-Dachverband. Auch dort fordert man eine leistungsbezogene und bürokratiearme Ausgestaltung der Vorhaltebudgets. Prof. Schmid empfiehlt in dem oben genannten Gutachten deshalb einen behutsamen Einstieg in ein potenzielles neues Vergütungssystem: „Um Fehlanreize zu verringern, sollten nicht – wie im aktuellen Eckpunktepapier skizziert – 60 Prozent der DRG als Vorhaltepauschalen ausgestaltet sein, sondern deutlich weniger.“ 

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