Faktencheck: Krankenhauskosten in Deutschland niedrig

von | Feb. 17, 2025

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Eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts zeigt: Im europäischen Vergleich verursachen deutschen Krankenhäuser besonders niedrige Kosten.

 

Der Wahlkampf-Endspurt ist im vollen Gange. Elementare Themen wie Gesundheit oder Pflege sind allerdings kaum Teil des öffentlichen Diskurses, wie unter anderem das gestrige „Quadrell“ von RTL, n-TV und Stern einmal mehr unterstrichen hat. Hier spielten vor allem populistische Themen wie Zuwanderung, Rüstung oder Klima eine Rolle.

Vielleicht ist die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) auch deshalb bemüht, immer wieder Aufhänger dafür zu finden, Gesundheitsthemen in den Fokus zu rücken – aktuell mit einer Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), die zeigt: Deutsche Krankenhäuser verursachen im europäischen Vergleich besonders niedrige Kosten.

Unterdurchschnittlich

Während in Deutschland pro Krankenhausfall nur gut 6.000 Euro an Kosten entstehen, sind es in Dänemark mehr als 7.000 Euro und in den Niederlanden und der Schweiz sogar über 8.000 Euro.Mit jeweils drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts weisen Deutschland und die Niederlande den geringsten Anteil der Krankenhauskosten an der gesamten Wirtschaftsleistung der Volkswirtschaften auf, zeigt die Studie weiter. Nur in Norwegen liegt er in der west- und nordeuropäischen Vergleichsgruppe mit 2,6 Prozent noch niedriger, was sich allerdings mit dem sehr hohen BIP des Landes erklärt.

Krankenhauskosten im Vergleich zum BIP

Auch ein Blick in die Ausgabenstatistik der Gesetzlichen Krankenversicherung zeigt, dass Krankenhäuser keineswegs die Kostentreiber sind. Der Anteil der Krankenhauskosten an den Gesamtausgaben der GKV ist zwischen 2010 und 2022 sogar von 36 auf 33 Prozent gesunken. Damit leisten sie einen großen Beitrag zur Effizienz der Krankenversicherung und zu stabilen Beiträgen.

GKV-Ausgabenstatistik

„Krankenhäuser sind weder Kostentreiber der Gesundheitsausgaben, noch ist das deutsche Krankenhaussystem besonders teuer. Das Gegenteil ist der Fall, auch wenn Bundesminister Lauterbach und andere diese Legende wider besseres Wissen weiterhin verbreiten“, betont der DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß einmal mehr.

Effizienz aus der Not heraus

Die besondere Effizienz deutscher Kliniken sei vor allem auch in der strukturellen Unterfinanzierung begründet, heißt es weiter, was allerdings keinesfalls ein gutes Zeichen sei, wie Gaß weiter ausführt: „Wir sind mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem das System beginnt zu kippen. Immer mehr Kliniken, Abteilungen und Stationen drohen aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen zu werden.“ Die sechs Standorte des DRK in Rheinland-Pfalz seien dafür ein aktuelles Beispiel.

Die Datenauswertung des DKI zeigt außerdem, dass die Gesundheitsausgaben in Deutschland insgesamt zuletzt nicht stärker gestiegen sind als in den meisten der europäischen Nachbarländer. Der seit dem Jahr 2017 beschleunigte Anstieg der Gesundheitsausgaben am BIP geht ganz überwiegend nicht auf das Konto überproportional steigender Gesundheitsausgaben, sondern ist auf die unterproportionale Entwicklung der deutschen Wirtschaft insbesondere seit der Corona-Pandemie zurückzuführen.

Die DKG appelliert daher, den Diskurs nicht länger auf Basis falscher Fakten zu führen, was vor allem eine Kritik am noch amtierenden Gesundheitsminister Lauterbach ist.

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