Fachverbände entwickeln Handlungsempfehlungen für GDNG

by | Mar 26, 2024

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Heute tritt das Gesundheitsdatennutzungsgesetz in Kraft. Doch was bedeutet es konkret für die Forschung? Drei Fachgesellschaften entwickeln Handlungsempfehlungen für intensiv- und notfallmedizinische Forschung.

 

Damit sich die Chancen des Gesundheitsdatennutzungsgesetzes (GDNG) auch voll entfalten können, braucht es konkrete Handlungsempfehlungen. Davon sind die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), die TMF – Technologie und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung sowie die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) überzeugt. Gemeinsam haben sie eben diese nun für die intensiv- und notfallmedizinische Forschung publiziert. Von einem Kulturwandel hin zu Transparenz und Kontrolle in der Datennutzung spricht die Arbeitsgruppe der drei Fachgesellschaften, die die Handlungsempfehlungen entwickelt hat.

Dazu sagt der Leiter der Arbeitsgruppe Prof. Rainer Röhrig, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik der RWTH Aachen: „Unser Ziel war es, forschenden Gesundheitseinrichtungen direkt nach Inkrafttreten des Gesetzes einen Leitfaden an die Hand geben zu können. Was ist wie neu geregelt? Was ist jetzt zu tun? Wie können wir anfangen?”

Für die Intensiv- und Notfallmedizin sei besonders der Erlaubnistatbestand einer einwilligungsfreien Datennutzung bei der Eigenforschung relevant. Hier seien die meisten Anforderungen an die Datenverarbeitung gar nicht neu, erklärt Prof. Falk von Dincklage, Sprecher der DIVI-Sektion Informations- und Medizintechnik. Diese würden durch das GDNG jetzt aber konkretisiert. „Wir sehen es deshalb als wichtige Aufgabe der drei Fachgesellschaften an, den Kliniken hier besonders konkrete Hilfen an die Hand zu geben. Nur so können die Möglichkeiten des GDNG auch wirklich ausgeschöpft werden”, ist der stellv. Direktor der Klinik für Anästhesie, Intensiv-, Notfall und Schmerzmedizin der Universitätsmedizin Greifswald überzeugt.

Datennutzung auch für rehabilitative und pflegerische Einrichtungen möglich

„Ein lernendes Gesundheitssystem benötigt die Daten aller Berufsgruppen und Arten von Gesundheitseinrichtungen“, betont zudem Prof. Ursula Hübner, Sprecherin des Fachausschusses Medizinische Informatik der GMDS und Leiterin der Forschungsgruppe Informatik an der Hochschule Osnabrück. „Es ist wichtig, dass durch das GDNG ausdrücklich neben der medizinischen auch die rehabilitative und pflegerische Eigenforschung erlaubt wird. Damit können wir auch in der Pflegeforschung und Pflegeinformatik international aufschließen.“ Die international ausgewiesene Expertin für Pflegeinformatik drängt deshalb darauf, dass das Gesetz auch schnell und praktikabel von den Behörden der Länder umgesetzt wird.

Die Erläuterungen und Handlungsempfehlungen von DIVI, TMF und GMDS können als open access als PDF hier heruntergeladen werden.

 

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