Mit einer Ausbildungsoffensive will ein europäisches Konsortium Fachkräfte fit für das digitale Gesundheitswesen machen.
Susa heißt die Initiative, die 21 europäische Forschungseinrichtungen, Forschungszentren und Interessenvertreter aus der Industrie nun ins Leben gerufen haben. Ihr gemeinsames Ziel: nachhaltige Gesundheitsversorgung mit digitaler Gesundheitskompetenz schaffen. Dafür sollen bis 2028 über 7.000 Fachkräfte mit den nötigen Fähigkeiten ausgestattet werden, die die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen braucht.
Das von der Universität Oulu in Finnland koordinierte Rahmenprogramm wird an zwölf Hochschuleinrichtungen in neun europäischen Ländern einen flexiblen Lehrplan zu den Themen Daten, künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Internet der Dinge, Nachhaltigkeit, Regulierung und globale Gesundheit erstellen. Beteiligt sind Universitäten in Irland, Finnland, Griechenland, Spanien, Polen, der Türkei, der Slowakei, den Niederlanden und Kroatien.
Ebenfalls beteiligt sind verschiedene KMU. Für Mark Jordan, Chief Strategy Officer bei der auf Talententwicklung spezialisierten Agentur Skillnet Ireland, ist die Initiative dringend nötig, da das Gesundheitswesen einen rasanten digitalen Wandel durchläuft: „Es ist wichtig, die Arbeitnehmer mit den erforderlichen digitalen Fähigkeiten auszustatten, um sicherzustellen, dass sie effektiv mit neuen Tools und Prozessen umgehen können, und um kritische Qualifikationslücken in Schlüsselbereichen wie künstliche Intelligenz und Cybersicherheit zu schließen.“
Nach Schätzungen der Europäischen Union wird der Gesundheits- und Sozialpflegesektor bis 2030 fast 30 Millionen Beschäftigte umfassen. Susa zielt darauf ab, 20 Bachelor- und 26 Masterstudiengänge sowie 16 eigenständige fortgeschrittene Module im Bereich der digitalen Kompetenzen für Beschäftigte im Gesundheitswesen anzubieten.
Die Initiative, die über das Programm Digital Europe finanziert wird, soll rund 6.500 Hochschulabsolventen hervorbringen und 660 Fachkräfte in „unterschiedlichen“ Berufsfeldern, darunter Mediziner, Pflegekräfte und technisches Personal, mit digitalen Kompetenzen ausstatten, die für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in ganz Europa „entscheidend“ sind.



