EU-Kommission macht sich für HPV-Impfung stark

by | Jan 31, 2024

Anhoren

Teilen

Mehr Menschen in der EU sollen sich gegen Humane Papillomviren (HPV) impfen lassen. Denn die können bestimmte Krebsarten begünstigen.  

 

Die EU-Kommission macht sich für mehr Impfungen gegen Krebserkrankungen stark. Die Brüsseler Behörde will den EU-Staaten heute Vorschläge präsentieren, wie sich mehr Menschen etwa gegen HP-Viren impfen lassen könnten, wie EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides ankündigte. Humane Papillomviren (HPV) werden durch Sex übertragen und können unter anderem Gebärmutterhalskrebs und Krebs im Mund-Rachen-Raum hervorrufen.

Ziel sei es, dass sich bis 2030 neun von zehn der infrage kommenden Mädchen und ein bedeutender Teil der Jungen gegen HPV impfen lassen. Auch bei der Früherkennung sollen die Zahlen besser werden.

Insbesondere HPV sind weltweit stark verbreitet. Eine im vergangenen Jahr in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichte Studie zeigt, dass weltweit fast jeder dritte Mann mit mindestens einer HPV-Variante infiziert ist. Die gepoolte globale Prävalenz für Hochrisiko-HPV läge geschätzt bei 21 Prozent. Die dazugehörigen Daten basieren auf 65 Studien, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 1. Juni 2022 durchgeführt wurden.

HPV-Impfung wirksam

Die meisten HPV-Infektion verlaufen sowohl bei Männern als auch bei Frauen symptomlos. Allerdings können sie langfristig verschiedene Krebsarten im Genital- und Rachenbereich begünstigen. In der EU ist Gebärmutterhalskrebs nach Brustkrebs die zweithäufigste Krebsart bei Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren und die vierthäufigste weltweit.

Eine Studie der schottischen Gesundheitsbehörde (PHS) und den Universitäten Strathclyde und Edinburgh zeigt nun, dass die HPV-Impfung das Krebsrisiko erheblich senkt – insbesondere, wenn man bereits als Kind geimpft wird. Die Studie analysiert ein Programm zur vorbeugenden HPV-Impfung, das in Schottland vor einigen Jahren eingeführt wurde. Bislang sei keine Frau, die im Alter von zwölf bis 13 Jahren gegen HPV geimpft wurde, an Gebärmutterhalskrebs erkrank. Die Wissenschaftler stützten sich auf Daten von Frauen, die zwischen 1988 und 1996 geboren wurden. Sie setzten den Impfstatus mit der Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs in Beziehung. Ihr Fazit: Der HPV-Impfstoff kann die Entstehung der Krebsart hochwirksam verhindern. Die Studie wurde im englischsprachigen Fachblatt Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Pilotprojekt ErwiN gestartet

Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern schließen sich zusammen, um neue Wege für die medizinische und pflegerische Versorgung älterer und chronisch kranker Menschen zu finden.

Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern schließen sich zusammen, um neue Wege für die medizinische und pflegerische Versorgung älterer und chronisch kranker Menschen zu finden.

da Vinci-Single-Port und neue Professur in Mainz

Die Universitätsmedizin Mainz baut ihre Robotik-gestützte Chirurgie weiter aus und ist damit die erste Universitätsklinik in Deutschland, die über das da Vinci Single-Port-System verfügt.