EU bringt „Action Plan“ zur Cyberabwehr

von | Jan. 15, 2025

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Weil Cyberangriffe auf das Gesundheitswesen immer häufiger werden, hat die EU Kommission nun einen konzertierten „Action Plan” zur Cyberabwehr vorgestellt. 

 

Einen „Action Plan“ um das Gesundheitswesen als kritische Infrastruktur vor Cyberangriffen zu schützen, hat heute die Europäische Union präsentiert. Ziel ist es, eine Art Frühwarnsystem sowie schnelle Reaktionsteams zu etablieren, um insbesondere Krankenhäuser bei der Abwehr von Cyberangriffen durch professionell organisierte Hackergruppe zu unterstützen. Aber auch andere Einrichtungen oder vernetzte medizinische Geräte sind Teil des Plans, mit dem man auch das Vertrauen in die Digitalisierung stärken will.

Der Aktionsplan ist die erste der Initiativen, die die Kommission in den ersten 100 Tagen ihrer neuen Amtszeit vorlegen wird, wie Präsidentin von der Leyen in ihren politischen Leitlinien angekündigt hat. Und ür die Technologie- und Sicherheitsbeauftrage der Europäischen Kommission Henna Virkkunen ist der EU Action Plan „eine ihrer wesentlichen Prioritäten der ersten 100 Tage“, wie sie auf X verkündete.

Angriffe nehmen zu

Die Kommission rechnet vor, dass es alleine in 2023 309 Cybervorfälle im Gesundheitswesen gab und dass bei 54 Prozent diese Angriffe Ransomware im Spiel war. Und die Tendenz war 2024 sicherlich steigend.

Im Zentrum der EU-Pläne steht deshalb der Aufbau eines europaweiten Zentrums zur Unterstützung von Cybersicherheit für Kliniken und andere Gesundheitsdienstleister. Hier sollen die Verantwortlichen maßgeschneiderte Anleitungen, Instrumente aber auch konkrete Dienstleistungen oder Schulungen bekommen. Angesiedelt werden soll dieses neue Zentrum bei der EU-Sicherheitsagentur ENISA. Welche Mittel der ENISA dafür zur Verfügung gestellt werden, muss wie viele andere Details des Plans noch ausgearbeitet werden.

Prävention und schnelle Reaktionsfähigkeit

Im Fokus des Plans steht vor allem Prävention. Der Frühwarndienst soll beispielsweise schon 2026 EU-weit und in Echtzeit vor potenziellen Cyberbedrohungen warnen können. Der Schnellreaktionsdienst soll die im Rahmen des Cyber-Solidaritätsgesetzes eingerichtete Reserve nutzen und beispielsweise nationale Cybersicherheitsübungen durchführen können. Auch Playbooks sind Teil des Plans, die bei spezifischen Bedrohungen wie Ransomware angriffen unterstützen sollen.

Abschrecken will man Kriminelle, indem Lösegeldzahlungen der Einrichtungen von den Mitgliedstaaten gemeldet werden, was eine bessere und konzertierte Weiterverfolgung durch Strafbehörden ermöglicht, heißt es. Auch Cyberdiplomatie soll als gemeinsam diplomatische Reaktion der EU auf Angriffe koordiniert werden, sieht der Plan vor.

In einem nächsten Schritt muss nun die EU-Exekutive über den Plan beraten, was zu großen Teilen noch in diesem Jahr geschehen soll, heißt es aus Brüssel. Wenn die genannten 100 Tage die Frist sind, um erste Erfolge vorzuweisen, ist in dem Fall Eile geboten – auch, weil die Bedrohungsakteure immer häufiger, gezielter und vor allem aus ihrer Sicht erfolgreicher angreifen, wie die letzten Cybervorfälle insbesondere in Großbritannien noch einmal verdeutlicht haben.

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