Erster TI-Messenger erhält Zulassung

by | Apr 5, 2024

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Die gematik hat den TI-Messenger von Famedly zugelassen. Weitere Messenger sowie Tests in der Modellregion für digitale Gesundheit in Hamburg und Umgebung sollen folgen.

 

Das Berliner Unternehmen Famedly hat als erster Anbieter eine Zulassung der gematik für seinen TI-Messenger erhalten. Weitere Unternehmen sollen folgen, heißt es von der Digitalbehörde. Darauf aufbauend wird der TI-Messenger in der Modellregion für digitale Gesundheit in Hamburg und Umgebung getestet und ausgewertet. Ein einheitlicher Messagingstandard hat bisher gefehlt, sagt Dr. Florian Hartge, Geschäftsführer der gematik. Diese Lücke schließe sich nun und die Direktkommunikation im medizinischen Versorgungsalltag wird noch einfacher.

Auch die Gründer von Famedly, Dr. Nicklas Zender und Dr. Phillipp Kurtz, freuen sich über die Zulassung. Man gehe einen entscheidenden Schritt in die Digitalisierung des Gesundheitswesens: „Es war uns wichtig, eine Lösung auf den Markt zu bringen, die mehr als nur die tägliche Kommunikation erleichtert. Unser TI-Messenger erfüllt nicht nur die hohen Datenschutzanforderungen, sondern ist benutzerfreundlich und integrierbar in bestehende IT-Systeme, um Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten.“

Viele Lösungen für viele Bedürfnisse

Die TI-Messenger werden von den Unternehmen auf Grundlage der gematik-Vorgaben entwickelt. Im Marktmodell wird es viele Lösungen geben, die je nach Bedürfnissen der Nutzer unterschiedlich zugeschnitten sein werden. Gemein haben alle TI-Messenger jedoch, dass sie interoperabel sind – also Nutzer auf Basis eines gemeinsamen Standards miteinander kommunizieren können. Dafür sorgt die Referenz-Implementierung der gematik. Diese prüft die Interoperabilität aller Messenger-Lösungen der jeweiligen Hersteller – eine zentrale Voraussetzung, um einander kontaktieren zu können.

Das Messenger-Prinzip soll sukzessive ausgebaut werden. Zunächst können sich Ärzte und Apotheker über die Dienste austauschen – ganz so, wie wir es auch aus dem privaten Bereich kennen, über Nachrichten, Bild- und Audiodateien. In einem nächsten Schritt sollen dann auch Patienten und Krankenkassen in das System integriert werden. Geplant ist, dass die TI-Messenger zukünftig auch Versorgungsprozesse unterstützen können, zum Beispiel das Terminmanagement. Darüber hinaus kann ein Messenger auch perspektivisch bei der Überweisung oder beim Aufnahme- und Entlassmanagement zum Einsatz kommen.

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