Erneuter Geldregen für US-Medizin-Uni

by | Jul 9, 2024

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Eine Milliarde US-Dollar spendet Politiker und Medienunternehmer Michael Bloomberg der Johns Hopkins University. Das Ziel: ein kostenloses Studium für möglichst viele Studenten.

  

Es ist bereits die zweite Megaspende in diesem Jahr: Medienunternehmer Michael Bloomberg spendet der Johns Hopkins University über Bloomberg Philanthropies eine Milliarde US-Dollar, um für einen Großteil der Studenten ein kostenloses Studium zu ermöglichen und sie gleichzeitig finanziell zu unterstützen. Erst im Februar hatte Ruth Gottesman dem Albert Einstein College of Medicine in der New Yorker Bronx ebenfalls eine Milliarde US-Dollar für denselben Zweck überlassen. Damals hieß es, es handele sich um die größte Spende, die je an eine Medical School gegangen ist.

Von Bloomberg Philanthropies heißt es, dass die hohen Kosten für das Medizin- und Krankenpflegestudium viele talentierte Studenten aus den unteren Einkommensschichten davon abgehalten hätten, sich einzuschreiben, ihren Abschluss zu machen oder in den Bereichen und Gemeinden zu arbeiten, in denen sie am dringendsten gebraucht werden. Damit habe sich der Rückgang der Lebenserwartungen in den USA verschärft.

„Während die USA darum kämpfen, sich von einem beunruhigenden Rückgang der Lebenserwartung zu erholen, sieht sich unser Land mit einem ernsthaften Mangel an Ärzten, Krankenschwestern und Fachleuten des öffentlichen Gesundheitswesens konfrontiert – und dennoch halten die hohen Kosten für ein Medizin-, Krankenpflege- und Graduiertenstudium Studenten zu oft davon ab, sich einzuschreiben”, sagte Michael R. Bloomberg, Gründer von Bloomberg Philanthropies und Bloomberg L.P. „Indem wir die finanziellen Hürden für diese wichtigen Bereiche abbauen, können wir mehr Studenten die Möglichkeit geben, Karrieren zu verfolgen, für die sie sich begeistern – und sie in die Lage versetzen, mehr Familien und Gemeinden zu unterstützen, die sie am meisten brauchen.”

Studiengebühren und Lebenshaltungskosten

Ab Herbst dieses Jahres wird Johns Hopkins Medizinstudenten aus Familien mit einem Jahreseinkommen von weniger als 300.000 Dollar – das entspricht 95 Prozent aller Amerikaner – ein gebührenfreies Studium anbieten. Darüber hinaus werden mit der Bloomberg-Spende die Lebenshaltungskosten und Gebühren für Studierende aus Familien mit einem Einkommen von bis zu 175.000 Dollar zusätzlich zu den Studiengebühren übernommen. Dadurch wird die durchschnittliche Darlehensschuld für die Johns Hopkins School of Medicine bis 2029 von aktuell über 100.000 auf 60.279 US-Dollar sinken, während Studierende aus unteren Einkommensschichten gar nichts bezahlen müssen. Auch Studenten der School of Nursing und der Bloomberg School of Public Health sollen von den finanziellen Möglichkeiten profitieren können.

Ganz uneigennützig ist die Schenkung aber nicht. Denn laut Bloomberg Philanthropie würde ein Abbau der finanziellen Zulassungshürden auch dazu beitragen, dass sich die Qualität der Studenten erhöht. Bereits 2018 habe man der Johns Hopkins University 1,8 Milliarden US-Dollar für eben diesen Zweck überlassen. Diese Spende senkte die Nettokosten für das Studium – die tatsächlichen Kosten, die die meisten Familien zahlen – um 40 Prozent und hatte eine transformative Wirkung auf die Zusammensetzung der Studentenschaft von Johns Hopkins.

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Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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