Ernährung als Stellschraube für Nachhaltigkeit

by | May 17, 2024

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Forscher der Universität Bonn zeigen, wie viel Potenzial in einer nachhaltigen und gesunden Ernährung steckt – für Mensch und Planet.

 

Forscher der Universität Bonn haben die Ernährung von Kindern und Jugendlichen untersucht, um zu zeigen, ob und wie groß die Chancen einer nachhaltigen Ernährung sind. Veröffentlicht werden die Ergebnisse nun im American Journal of Clinical Nutrition. Die zentrale Erkenntnis: Sowohl das Potenzial von als auch die Notwendigkeit für eine nachhaltige Ernährung sind groß.

Konkret haben die Forscher auf Daten der DONALD Studie zurückgegriffen, um Alters- wie auch zeitliche Ernährungstrends der vergangenen 20 Jahre analysieren zu können. Die Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Kohortenstudie erhebt seit 1985 in regelmäßigen Abständen detaillierte Daten zu unter anderem Ernährung, Stoffwechsel, Entwicklung und Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen.

Für die aktuelle Studie wurden in Bonn Daten von 856 Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen sechs und 17 Jahren ausgewertet Die Schülerinnen und Schüler protokollierten ihre Ernährung zwischen 2000 und 2021 in insgesamt über 5.000 3-Tage-Ernährungswiegeprotokollen. Für die angegebene Lebensmittelzufuhr berechneten die Forscher dann die ökologische Nachhaltigkeit der Ernährung in Bezug auf Treibhausgasemissionen, Landnutzung und Wasserverbrauch mithilfe von bereits bestehenden Datenbanken.

Treibhausgasemissionen durch Ernährung zu verringern

„Im Zeitraum von 2000 bis 2010 konnten wir sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen sehen, dass die Werte für Treibhausgasemissionen anstiegen, seitdem aber auch abgesunken sind“, fasst Erstautorin Karen van de Locht vom Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften zusammen, die auch Mitglied im Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Sustainable Futures“ der Universität Bonn ist. „Wir schließen daraus, dass es Potenzial gibt, die Treibhausgasemissionen durch die Ernährung bei Kindern und Jugendlichen zu reduzieren. Dennoch muss noch mehr passieren“, ergänzt Prof. Dr. Ute Nöthlings, vom IEL. „Wir konnten zeigen, dass wie erwartet für die Treibhausgasemissionen der Verzehr von tierischen Lebensmitteln der Probandinnen und Probanden verantwortlich war.“

In einem weiteren Schritt untersuchten die Forscher zudem die Nährstoffzufuhr der Studienteilnehmer. Dabei zeigte sich, dass diese im Mittel nicht optimal ist. „Vor allem bei Kalzium und Eisen lagen die Werte im Mittel unter den in Deutschland empfohlenen Mengen; das spiegeln auch die Ergebnisse anderer Studien wider“, so van de Locht. In den durchgeführten Analysen in diesem Studienkollektiv zeigte sich, dass eine Ernährung mit einer höheren Nährstoffzufuhr nicht mit einer geringeren Umweltbelastung einherging. „Wir sehen also, dass eine gute Lebensmittelauswahl bei einer Reduktion von tierischen Lebensmitteln in der Ernährung besonders wichtig ist“, interpretiert Nöthlings.

Die Forschenden plädieren für kontextbezogene Ernährungsempfehlungen. Kinder und Jugendliche haben aufgrund ihres Wachstums einen besonderen Nährstoffbedarf, in der Ernährungsforschung sind sie jedoch häufig unterrepräsentiert. „Hier müssen noch mehr Studien erfolgen, um bessere Empfehlungen aussprechen zu können für eine ökologisch nachhaltige, gleichzeitig aber für die Kinder und Jugendlichen gesunde Ernährung“, schlussfolgert Nöthlings.

Das Projekt wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert; die DONALD Studie durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

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