Erfolgreiche SPAC-Transformation in den USA

by | Jun 25, 2024

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Aus der leeren Hülle Digital Health Acquisition Corp. ist mit Börsenstart heute an der Nasdaq ein operatives Telehealth-Unternehmen geworden. HealthCareTimes klärt auf, was sich hinter den Special Purpose Acquisition Companies (SPAC) verbirgt.

 

Dass der Kapitalmarkt in den USA „anders“ ist, dürfte hinreichend bekannt sein. Wie anders er ist, zeigt die heutige erfolgreiche Transformation einer „leeren Hülle“ in ein Telehealth-Unternehmen. Die Digital Health Acquisition Corp., ihres Zeichens eine SPAC, gab heute den Abschluss ihrer Fusion mit VSee Lab und iDoc Virtual Telehealth Solutions bekannt. Seit heute Morgen werden die Stammaktien unter dem neuen Namen VSee Health an der Nasdaq gehandelt.

Das besondere an der Transkation: Als Special Purpose Acquisition Compance, kurz SPAC, ist Digital Health Acquisition Corp. ohne operatives Geschäft an die Börse gegangen. An die Investoren verkauft wurde lediglich die Idee, in diesem Fall die eines erfolgreichen Telehealth-Unternehmens, die anschließend mit dem eingesammelten Kapital des SPAC finanziert werden soll.

Neu ist das Konzept auch hierzulande nicht. Die Vehikel gibt es seit den 80er Jahren – damals waren sie vor allem unter dem unschönen Namen „Blankoscheck-Firmen“ bekannt, was bereits suggeriert, dass sie nicht den besten Ruf hatten. Dabei ist die zugrundeliegende Theorie absolut interessant. Denn einerseits ermöglicht das Instrument Firmen, die sich aktuell im Wachstum befinden, zügig und theoretisch auch kostengünstig Zugang zum Kapitalmarkt. Auf der anderen Seite bieten sie einem sehr breiten Investorenpublikum Zugang zu Wachstumsfirmen außerhalb klassischer Fonds oder Anlageklassen wie Private Equity. Man kann sagen, SPACs sorgen hier sogar für eine gewisse Demokratisierung. Der Grund für den relativ schlechten Ruf ist allerdings ebenso schnell erklärt: Zum Zeitpunkt der Investition ist das Investitionsziel unbekannt. Entsprechend groß ist das Risiko für die Investoren.

VSee Health soll Potenzial des digitalen Gesundheitsmarktes nutzen

In den USA sollen nun die beiden Gründer und CEOs von VSee und iDoc die ehemals leere Hülle zum Leben erwecken. Beide sind ab sofort Co-CEOs der neuen VSee Health. Dazu sagt Co-CEO Milton Chen: „Wir glauben, dass VSee Health in der Lage ist, die kombinierten Stärken von VSee Lab und iDoc Virtual Telehealth Solutions auf dem schnell wachsenden digitalen Gesundheitsmarkt zu nutzen, um Innovationen voranzutreiben und innovative Lösungen zu liefern, die die Patientenergebnisse verbessern und die Bereitstellung von Telemedizin rationalisieren.” Und sein Amtskollege Imo Aisiku ergänzt, dass VSee Health einen bedeutenden Marktanteil des schnell wachsenden Marktes für digitale Gesundheitsdienste gewinnen will.

Aus Investorensicht ist VSee Health also ein klassisches Two-for-One: Einmal investiert bekommen sie nun die doppelte Expertise von zwei etablierten, aber noch nicht börsennotierten Unternehmen. Und für VSee Lab und iDoc war die bereits gelistete SPAC ein denkbar einfacher Merger und Weg an den Kapitalmarkt. Denn Public Listings können für Unternehmen nicht nur extrem zeitraubend sein. Vor allem für junge und kleinere Firmen sind die Hürden teilweise hoch oder zu hoch. Deshalb ist eine SPAC für sie eine interessante Lösung.

SPAC auch in Europa?

Der CEO der Investmentbank Goldman Sachs hat schon 2021 betont, dass SPAC kein nachhaltiger Trend für Europa werden – obwohl sie mit Blick auf den Kapitalmarktzugang durchaus innovationsfördernd wirken könnten. Was es für SPACs auf dem alten Kontinent schwerer macht: Der Kapitalmarkt ist hier deutlich kleiner und auch das Verhältnis Unternehmensfinanzierung Kredit versus Fremdfinanzierung liegt in etwa bei zwei Euro zu einem Euro und damit genau umgekehrt wie in den USA. Dort ist die Investmentkultur eben eine komplett andere als in Europa.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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