Erfolgreiche Seed-Runde für Ovo Labs

von | Apr. 30, 2025

Das Team hinter Ovo Labs: Dr. Agata Zielinska, Prof. Dr. Melina Schuh und Dr. Oleksandr Yagensky (v. links). Quelle: Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften / Irene Böttcher-Gajewski

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Frisch gegründet, konnte sich das Biotech Ovo Labs eine Seed-Finanzierung in höhe von Umgerechnet 4,7 Millionen Euro sichern.

 

Ovo Labs, eine Ausgründung des Max-Planck-Instituts (MPI) für Multidisziplinäre Naturwissenschaften, sichert sich in einer ersten Finanzierungsrunde Seed-Kapital. Angeführt von den britischen Investoren The Creator Fund und Local Global warb Ovo Labs von weiteren Investoren wie Blue Wire Capital, Ahren Innovation Capital sowie Antonio Pellicer, Gründer der weltweit größten IVF-Klinik-Kette, insgesamt vier Millionen Pfund (umgerechnet rund 4,7 Millionen Euro) ein.

Das erst im Januar 2025 gegründete Biotech entwickelt neuartige Therapeutika zur Verbesserung der Qualität menschlicher Eizellen. Die Wirkstoffe sollen Frauen dabei helfen, länger fruchtbar zu bleiben und die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft sowie auf eine In-vitro-Fertilisation (IVF) erhöhen.

Biologische Uhr „verlangsamen“

Ab dem 35. Lebensjahr tickt bei Frauen die sogenannte biologische Uhr. Die Fruchtbarkeit nimmt ab und gleichzeitig steigt das Risiko für Fehlgeburten. Eine der Hauptursachen dafür sind Eizellen mit veränderter Chromosomenzahl. Diese Chromosomenanomalien treten in alternden Eizellen häufiger auf und verringern – neben anderen Ursachen – die Chance auf eine Schwangerschaft. Bleibt eine Empfängnis aus, entscheiden sich viele Paare für eine IVF-Behandlung. Diese ist jedoch nicht immer erfolgreich.

Hier setzt Ovo Labs an. Die neuartigen Wirkstoffe des Spin-offs haben das Potenzial, die reproduktive Langlebigkeit von Eizellen zu erhöhen. Die zugrunde liegenden Technologien basieren auf den Forschungsergebnissen der Max-Planck-Direktorin und Ovo Labs-Mitbegründerin Melina Schuh und wurden durch einen exklusiven Lizenzvertrag mit der Technologietransfer-Organisation Max-Planck-Innovation GmbH an das Start-up übertragen. Mit der Seed-Kapital will das Startup nun die Weiterentwicklung der Wirkstoffe in Richtung klinischer Studie vorantreiben.

Fehlerhafte Eizellen reduzieren

Dass sich Ovo Labs auf die schlechte Qualität der Eizellen konzentriert, adressiert tatsächlich ein großes Problem der IVF. „In unserer Forschung ist es uns erstmals gelungen, sichtbar zu machen, wie sich unbefruchtete menschliche Eizellen, die für IVF-Zwecke entnommen wurden, auf die Befruchtung vorbereiten: Wir haben beobachtet, wie sie sich entwickeln und die Hälfte ihrer DNA ausschleusen. Dadurch konnten wir aufklären, was diesen Prozess so fehleranfällig macht und warum diese Fehler in alternden Eizellen zunehmen“, erklärt Schuh, die am MPI die Abteilung Meiose leitet.

Um die Qualität unbefruchteter menschlicher Eizellen zu verbessern, verfolgt das Biotech die drei Therapeutikaansätze EmbryoProtect 1, 2 und 3. „Die Wirkstoffe haben das Potenzial, genetische Fehler in Eizellen, sogenannte Aneuploidien, zu reduzieren“, berichtet Agata Zielynska, Mitgründerin von Ovo Labs sowie ehemalige Wissenschaftlerin in der Abteilung Meiose am MPI. Das Ziel des Gründungsteams von Ovo Labs, zu dem auch der Biologe und Strategieberater Oleksandr Yagensky gehört: Die Therapeutika sollen sich nach der Zulassung nahtlos in den Standard-IVF-Behandlungsablauf integrieren lassen, ohne Patientinnen zusätzlich zu belasten. Auch deshalb freut sich Yagensky über die erfolgreiche Anschubfinanzierung. Die weitere Produktentwicklung wird in der Life Science Factory in München erfolgen.

Seitens Max-Planck-Innovation haben Mareike Göritz, Senior Patent- und Lizenzmanagerin, sowie Ulrich Mahr, Mitglied der Geschäftsführung, das Gründerteam während der Vorgründungs- und Finanzierungsphase eng begleitet. „Die umfassende Expertise und das herausragende Engagement des Ovo Labs-Teams sind beeindruckend und bieten eine hervorragende Grundlage für die Weiterentwicklung des Therapieansatzes hin zur klinischen Anwendung“, sagt Göritz. „Wir sind stolz darauf, das Team auf diesem Weg zu unterstützen – mit dem Ziel, Frauen weltweit mehr Hoffnung zu geben, dass sich ihr Kinderwunsch erfüllen lässt“, ergänzt Mahr.

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