ePA: Wer sie nutzt, ist überzeugt

von | Sep. 21, 2026

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Das jährlich veröffentlichte BfDI-Datenbarometer zeigt: Neun von zehn gesetzlich Versicherten wollen ihre ePA behalten.

 

 

Ein Blick auf die aktuellen Nutzungszahlen der elektronischen Patientenakte, kurz ePA, zeigt ein durchaus gemischtes Bild. Das unterstreicht nun einmal mehr das jährlich erhobene Datenbarometer der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, kurz BfDI. Demnach haben nur zwölf Prozent der Befragten die ePA-App ihrer Krankenkasse heruntergeladen und sich für die Nutzung registriert. Andererseits möchten neun von zehn gesetzlich Versicherten, die schon eine ePA haben, diese mittelfristig behalten. Daraus lässt sich ableiten: Ist die Einstiegshürde erst einmal genommen, scheint der Vorteil des zentralen Speichers für Gesundheitsdaten zu überwiegen.

Aktuell nutzen laut gematik 5,85 Millionen Versicherte ihre ePA aktiv – gemessen an der Zahl registrierter Gesundheits-IDs. Die Befragung des BfDI-Datenbarometers zeigt zugleich: Wer widerspricht, begründet dies überwiegend mit Datenschutz- und Sicherheitsbedenken (55 Prozent). Besonders deutlich ist der Wunsch nach Kontrolle über die eigenen Gesundheitsdaten. 83 Prozent wünschen sich, fein differenziert festlegen zu können, wer welche Daten einsehen darf. Gleichzeitig wären mehr als zwei Drittel bereit, ihre Daten Mediziner sowie der Forschung zur Verfügung zu stellen. Differenzierte Einstellungsmöglichkeiten zur Datenfreigabe und eine umfassende Datennutzung widersprechen sich demnach nicht.

„Datenschutz ist kein Hindernis für die ePA, sondern die Voraussetzung für ihren Erfolg“, sagt die BfDI Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider. „Wer Versicherten echte Kontrolle über ihre Gesundheitsdaten gibt, gewinnt ihr Vertrauen – und damit auch ihre Bereitschaft, diese Daten zu teilen, etwa für die Forschung. Nur so heben wir das Potenzial der ePA für die eigene Gesundheit, das Gesundheitswesen und die Gesellschaft insgesamt.“

Medikationsübersicht gefragtes Add-on

Verbesserungsbedarf zeigt sich auch bei der Information: 95 Prozent kennen die ePA namentlich, doch mehr als vier von zehn wissen über zentrale Eigenschaften und Funktionen nicht genau Bescheid. Die BfDI empfiehlt deshalb der Bundesregierung, diese Wissenslücken zügig aktiv zu schließen und die Möglichkeiten zur selbstbestimmten Steuerung von Datenfreigaben nutzerfreundlich auszugestalten. Zudem sollten klare gesetzliche Rahmenbedingungen für automatisierte Auswertungen von Gesundheitsdaten geschaffen werden.

Denn auch das zeigt die Befragung: Informationen mit echtem Mehrwert wie etwa eine vollständige Medikationsübersicht ist für 81 Prozent eine Option, die sie sofort wählen würden. Mehr als zwei Drittel würden diese Übersicht und weitere Unterlagen für alle behandelnden Ärzte freigeben. Ebenso viele würden ihre Daten in pseudonymisierter Form für die Forschung bereitstellen – was ab Ende Oktober 2026 möglich sein soll. Zurückhaltender sind viele lediglich bei einer pauschalen Freigabe der gesamten Akte für sämtliche Praxen.

Und auch in puncto Weiterentwicklung der ePA haben die befragten gesetzlich Versicherten eine klare Präferenz: Fast alle Befragten wünschen sich leicht verständliche Aufbereitungen von Behandlungs-ergebnissen und weiteren Dokumenten in der Akte und fast neun von zehn sprechen sich für eine Einbindung etwa eines digitalen Impfausweises sowie des Zahnbonushefts aus.

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