Entlastungsbetrag ab Pflegegrad 1 wenig genutzt

by | Jun 10, 2024

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Eine Umfrage von pflege.de zeigt, dass nur rund 40 Prozent den Entlastungsbetrag von 125 Euro ab Pflegegrad 1 auch nutzen.

Zu teure Anbieter, zu komplizierte Regelungen und fehlende Informationen: Nur 40 Prozent der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen nutzen den Entlastungsbetrag von 125 Euro, der ihnen ab Pflegegrad 1 zur Verfügung stünde. Das zeigt nun eine Online-Umfrage mit knapp 3.000 Befragten der Plattform pflege.de. Vor allem die Regelungen in ihrem Bundesland für die Nutzung dieser Pflegeleistung seien zu kompliziert, sagen 44 Prozent der Befragten.

Die 125 Euro sind dazu gedacht, Unterstützung im Alltag in Anspruch nehmen zu können. Und dieser Bedarf besteht, zeigt die Umfrage: 75 Prozent der Befragten geben an, dass die pflegebedürftige Person bei Aufgaben im Alltag unterstützt wird. Ganz vorne dabei: Hilfe im Haushalt (61 Prozent). In 90 Prozent erfolgt die Unterstützung durch Privatpersonen – vor allem, weil für 64 Prozent der Befragten professionelle Anbieter von Entlastungsleistungen – etwa ambulante Pflegedienste – zu teuer sind. Der Stundenlohn von Pflegediensten liegt bei rund 40 Euro, was bei den zur Verfügung stehenden 125 Euro gerade einmal für drei Stunden im Monat reicht. Aber auch die Suche nach Hilfe gestaltet sich schwierig. 54 Prozent der Befragten wissen überhaupt nicht, wo sie passende Angebote finden können.

Und die 16 Bundesländern haben dann auch jeweils andere Regelungen für den Entlastungsbetrag – die 43 Prozent der Befragten nicht kennen. Das sei nicht verwunderlich, attestiert das Portal pflege.de. Denn in vielen Bundesländern werde von Privatpersonen, die eine pflegebedürftige Person beim Einkaufen oder im Haushalt helfen möchte, eine umfangreiche Pflegeschulung verlangt. Für Unterstützung von nahestehenden Angehörigen dürfe der Betrag in keinem Bundesland eingesetzt werden.

27 Prozent wissen zudem gar nicht, dass bereits ab Pflegegrad 1 Anspruch auf den Entlastungsbetrag besteht. 37 Prozent gaben an, dass sie sich kaum bis gar nicht zu den Möglichkeiten informiert fühlen.

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