Ein neues ENISA-Förderprogramm soll Einrichtungen des Gesundheitswesens praktische Instrumente zur Cyberabwehr an die Hand geben.
Sechs Millionen Euro für mehr Cybersicherheit im Gesundheitswesen. Darauf haben sich die Europäische Kommission und die ENISA, European Union Agency for Cybersecurity, geeinigt. Mit dem Geld sollen neue Leitlinien, Unterstützungsdienste sowie koordinierte Initiativen finanziert werden, die gezielt Cybersicherheitskapazitäten stärken.
Bereits 2025 hatte die EU-Kommission einen Aktionsplan für die Cybersicherheit von Krankenhäusern und Gesundheitsdienstleistern ins Leben gerufen. Hierzu hat die ENISA nun aktualisierte Beschaffungsleitlinien veröffentlicht, die Organisationen im Gesundheitswesen dabei helfen sollen, Cybersicherheitsanforderungen in die Technologiebeschaffung und das Lieferantenmanagement zu integrieren. Die Leitlinien decken Sicherheitsaspekte über den gesamten Beschaffungszyklus ab und empfehlen Maßnahmen, die auf verschiedene Cyberrisiken zugeschnitten sind.
Die Agentur baut zudem ein europäisches Cybersicherheits-Unterstützungszentrum für Gesundheitsdienstleister auf, das maßgeschneiderte Ressourcen in den Bereichen Vorsorge, Erkennung, Reaktion auf Vorfälle und Governance bereitstellen wird. Zusammen zielen diese Initiativen darauf ab, einen besser koordinierten Ansatz für die Cybersicherheit im Gesundheitswesen in der gesamten EU zu fördern.
Die aktualisierten Beschaffungsleitlinien und weitere Maßnahmen des Aktionsplans für das Gesundheitswesen sind zudem Thema auf der 11. ENISA-Konferenz zur eHealth-Sicherheit am 7. Oktober 2026 in Nikosia, Zypern. Insgesamt will man mit den Maßnahmen die wachsende Bedeutung widerspiegelt, die die EU dem Schutz kritischer Gesundheitsinfrastrukturen vor immer raffinierteren Cyberbedrohungen beimisst.
Die nun imitierten Maßnahmen spiegeln zudem einen Wandel in der EU-Cybersicherheitspolitik wider – weg von reaktiven Maßnahmen, hin zu mehr Widerstandsfähigkeit durch konzeptionelle Maßnahmen. Die Kombination aus gemeinsamen Leitlinien, speziellen Unterstützungsdiensten und einer koordinierten Steuerung soll Gesundheitsdienstleistern dabei helfen, Cyberrisiken in allen Mitgliedstaaten einheitlicher zu bewältigen.


