Eli Lilly kauft US-Biotech-Unternehmen Morphic

by | Jul 9, 2024

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3,2 Milliarden US-Dollar ist dem US-Pharmakonzern Eli Lilly ein Molekül wert, das potenziell chronisch-entzündliche Darmerkrankungen heilen soll.

 

Das US-Biotech-Unternehmen Morphic wechselt für 3,2 Milliarden US-Dollar den Besitzer und wird damit Teil von Eli Lilly. Auf den Aktienkurs umgerechnet entspricht der Kaufpreis 57 US-Dollar pro Aktie, was einen Aufschlag von rund 80 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs bedeutet. Entsprechend steil ging es für die Aktie von Morphic nach Bekanntwerden der Übernahme in die Höhe: Plus 75 Prozent auf knapp 56 US-Dollar.

Was Morphic für Eli Lilly interessant macht, ist tatsächlich wohl vor allem ein einziges Molekül: MORF-057, ein niedermolekularer Inhibitor des α4β7-Integrins, mit dem man bei Morphic künftig chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Chron oder Colitis Ulcerosa behandeln können will. Hier befindet sich Morphic aktuell in der Phase-2. Aber auch andere Moleküle in der Morphic-Pipeline sind vielversprechend – etwa für die Behandlung von bösartigen Knochemarkserkrankungen wie Myelofibrose.

Dass Eli Lilly gerade das nötige Kapital für Übernahmen dieser Art zur Verfügung hat, ist der weltweit starken Nachfrage nach den Diabetes-, respektive Abnehmpräparaten des Konzerns zu verdanken. Die dortigen Umsätze haben Eli Lilly nicht nur zum wertvollsten Pharmakonzern weltweit gemacht, sondern alleine im ersten Quartal dieses Jahres den Umsatz um knapp 26 Prozent auf rund neun Milliarden US-Dollar steigen lassen.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

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Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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