Eli Lilly kauft sich in Psychedelika-Markt ein

von | Juli 20, 2026

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3,8 Milliarden US-Dollar ist Pharmakonzern Eli Lilly der amerikanische Spezialist für psychedelische Medikamente AtaiBeckley wert. Ein Deutscher Investor profitiert.

  

Psychedelische Medikamente sind der Hoffnungsträger bei therapieresistenten Depressionen und Pharmariese Eli Lilly will sich sein Stück vom Kuchen sichern. Dafür übernehmen die Amerikaner nun den US-Spezialisten AtaiBeckley für 3,8 Milliarden US-Dollar. Auch ein Deutscher profitiert: Der umstrittene Filmproduzent und Investor Christian Angermeyer ist einer der größten Aktionäre von AtaiBeckley, dessen Aktien mit Bekanntwerden der Übernahme um bis zu 30 Prozent stiegen.

Für Eli Lilly ist aber vor allem die Pipeline schnell wirkender Neuroplastogene entscheidend für die Übernahme, worunter sich mehrere Programme im klinischen Stadium befinden. Aber auch die Forschungspipeline mit Wirkstoffen der nächsten Generation sei höchst attraktiv, heißt es vom Pharmakonzern. Vor allem das Leitprodukt BPL-003, eine synthetische Form des extrem potenten, kurzwirksamen Psychedelikum 5-MeO-DMT, die intranasal zur Behandlung therapieresistenter Depressionen verabreicht wird, ist für Lilly interessant, weil davon allein in den USA Millionen Menschen betroffen seien.

Neueste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass therapieresistente Depressionen und andere schwerwiegende psychische Erkrankungen mit einem Verlust der synaptischen Plastizität einhergehen könnten – also der Fähigkeit des Gehirns, Verbindungen in Regionen zu bilden und zu stärken, die für die Stimmungsregulation entscheidend sind. Die Therapien von AtaiBeckley sind darauf ausgelegt, die synaptische Konnektivität wiederherzustellen und das Wachstum neuer neuronaler Verbindungen zu fördern. Damit bieten sie einen anderen Wirkmechanismus als herkömmliche Antidepressiva, die in erster Linie auf den Neurotransmitter-Spiegel abzielen.

„Eine therapieresistente Depression besteht auch dann noch fort, wenn bereits mehrere Behandlungen gescheitert sind. Millionen von Menschen suchen nach wie vor nach Linderung und benötigen dringend eine wirksame Therapie“, sagte Carole Ho, Executive Vice President und President von Lilly Neuroscience. „Die Weiterentwicklung der in der Erprobung befindlichen Therapien von AtaiBeckley gibt uns eine echte Chance, dies zu ändern.“

Auch Angermeyer freut sich über den Verkauf an Lilly – insbesondere mit Blick auf Ressourcen und Größe, weil die Entwicklung der Therapien so deutlich schneller vorangetrieben werden könne als es alleine der Fall gewesen wäre: „Ich bin überzeugt, dass diese Transaktion den besten Weg in die Zukunft für Patienten und Aktionäre darstellt.“

Letztere erhalten eine Barzahlung von 6,75 US-Dollar je Aktie, was einer Unternehmensbewertung von rund 2,8 Milliarden entspricht. Die weitere Milliarde ist an Meilensteinzahlungen hinsichtlich Entwicklungs- und Zulassungszielen gekoppelt. Dennoch entspricht alleine die Barzahlung einem Aufschlag von rund 40 Prozent auf den durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen 30 Tage. Abgeschlossen sein soll die Transkation bereit im dritten Quartal 2026.

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